Unseren Lesern, fleißigen Zustellern, Freunden und Geschäftspartnern gelten an dieser Stelle beste Wünsche für ein schönes, erholsames, vielleicht auch erlebnisreiches Pfingstfest.
Gewiss, nur wenige unter uns machen sich Gedanken über die Bedeutung dieses so schönen Festes an der Schwelle zum Sommer, dem in diesem Jahr noch immer kein rechter Frühling vorausgegangen ist. War da nicht was Kirchliches? Kann man da Reiterfeste und Radrennen und Sagenspektakel machen?
Klar! Kann man. Soll man sogar.
Pfingsten gilt auch in der Kirche als ein Fest recht lustvollen, mutfrohen Aufbruchs. Jetzt geht’s los! Das ist die Botschaft. Nicht verzagt und zugepackt.
Ab Pfingsten wird Kirche quasi öffentlich, und sie nimmt das hier in der Lausitz seit Jahren schon ganz wörtlich, öffnet vom Sonntag zu Montag bis über Mitternacht die Türen der Gotteshäuser: Da, bitte, das sind wir!
Die „Ausschüttung des Heiligen Geistes“, wie biblisch-umständlich der Lehr- oder Missionsauftrag heißt, wurde 50 Tage nach Ostern wirksam. Da haben die Propheten nicht getrödelt und ihren Job so erfolgreich gemacht, dass nach wenigen hundert Jahren die christliche Kirche richtig Karriere gemacht hatte. Und seitdem wird nun auch Pfingsten übermütig und tollend gefeiert. Im 5. bis 7. Jahrhundert, als die Missionare noch erfolgsverwöhnter waren als heute manche Finanzberater, gab es an diesem Wochen-ende glanzvolle Ritterspiele und üppigen Frohsinn für alle. Das ist überliefert.
Also lassen auch wir es uns heutzutage gut sein. Besuchen wir Kirchen in der Nacht, erfreuen wir uns allenthalben der Programme und hoffentlich des so lange schon vermissten Sonnenscheins. – Nochmals also: Frohe Pfingsten Ihnen allen in Stadt und Land! J.H.
