Website-Icon Nachrichten aus Südbrandenburg

Fußball-Freude

Das deutsche Tief aus Eurokrise, Köhler-Frust, Spar-Gemeinheiten und Gauck-Wulff-Eitelkeiten ist dem winterlichen Afrika-Hoch gewichen. Erste Fähnchen auf den Autos und das Rüsten der Terrassen mit Flachbildschirmen und Großleinwänden zauberte Wohlgefühl des Sommermärchens von 2006 zurück.
In der Kap-Republik herrscht milder Winter, und so träumen sich deutsche Fußballfans für ihre Löw-Lahm-Lieblinge einem Wintermärchen entgegen. Viertel-, Halb- oder echtes Finale..? Wer weiß, wie gut das diesmal geht.
Gut gegangen ist es bisher für den Schwarzen Kontinent, dem Zweifler ein wirkliches Fußballfest bis zuletzt nicht zutrauten. Aber wer wenigstens als Tourist in den letzten Jahren in Afrika unterwegs und mit Einheimischen im Gespräch war, der kennt die Hochstimmung, die sich über Jahre aufbaute. Jeder Kofferträger wusste zu er-klären, wozu er sich besonders schindet: Sparen für den Weltcap. Der Traum von Kenia bis Marokko bekam einen Namen: Fußball.
Sport hat mindestens seit Olympia eine versöhnliche und enorm motivierende Funktion. Nirgendwo war das in moderner Zeit so deutlich wie gerade in Südafrika, wo Rassenwahn weiße und schwarze Spieler ewig trennte. Kein Thema ist dort jetzt neben Fußball aktueller als die Erinnerung an 2005, als die ausgesperrten Südafrikaner endlich zur Rugby-WM antreten durften. Sie gewannen!
Das wird am Ende dieser vier Wintermärchen-Wochen nicht sein, aber unser Bild von Afrika kann geschärft, Mut und Hoffnung im Kontinent der Kriege, Katastrophen und Korruptionen gestärkt sein. Möge der Spaß am Spiel auch unsere latent trübe Stimmung sanft aufmuntern. Wenn’s denn sein soll, mit vielen deutschen Toren. J.H.

Die mobile Version verlassen