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Glück gehabt…

Egal, auf welchen Sender wir schalten oder in welch überregionales Blatt wir schauen: Ganz am Ende dieses Jahres Null-Neun springen uns nochmals alle Schrecklichkeiten ins Gesicht. Krise! Das Wort bekam im zeitigen Frühjahr Allmacht und lähmte selbst hier im fernen deutschen Osten jedwede Unternehmungslust. Angst machte sich deutlich breit. Doch unmerklich, wie sie gekommen war, schwand sie alsbald. Die großen Pleiten schienen als Welttheater ohne unsere unmittelbare Beteiligung abzulaufen. Wir waren wieder mal davon gekommen…
Einige Autohändler kamen vor Freude über Abwrack-Umsätze nicht in den Schlaf, die Baufirmen hatten schneller ihre Konjunkturaufträge als sie Angebote rechnen konnten und so mancher Kindergarten erstrahlte frisch wie lange nicht. Selbst schräge Friedhofsmauern werden nun noch mitten im Frost gerichtet, damit Merkels Mittel der globalen Konjunktur-Degression einen ermunternd-trotzigen lokalen Aufschwung entgegensetzen können. Immerhin: Am Jahresschluss meldet Cottbus rückläufige Arbeitslosenzahlen. Auch Spree-Neiße steht mit sommerlichen Rodelvergnügen, hohen Aussichtstürmen und anderen Überflüssigkeiten blendend da.
Wir haben eben Glück gehabt.
Aber wird dieses Glück nachhaltig sein? Wird der abgewrackte Automarkt seine Beschäftigten weiter nähren? Werden die Baufirmen, die kleine Privatkunden versetzten, weil die öffentliche Hand sie wieder einmal verwöhnte, ihre Kunden wieder aufsammeln können? Werden die eilends aufgerichteten Mauern jene sein, die uns nützen in kommender Zeit der nun noch leereren kommunalen Kassen?
Glück ist, gesund und stark zu sein für neue Herausforderungen. Das möge uns beschieden bleiben. J.H.

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