Erinnerungen an das Abschlachten des einstigen Stadtwerkechefs (der jetzt selbst im Stadtparlament sitzt)werden wach, wenn sich in den Kaffeehäusern rund um den Markt die Köpfe über die Schlagzeilen der lokalen Journallie neigen. Die Lamm! Sieh’ mal an! Aber die macht das doch schon so lange und war immer ganz gut…?
Hinter völlig normale Feststellungen geraten Fragezeichen. Eine Mitarbeiterin im Rathaus wird öffentlich gemaßregelt. Möglich, dass sich solche publizistischen Entgleisungen heutzutage schwer vermeiden lassen. Aber für den Wertekanon in einer Kleinstadt bleibt immer noch der Bürgermeister verantwortlich. Ihm kann und sollte jeder unverblümt die Meinung sagen dürfen, denn er ist von der Straße gewählt und bleibt ihr Rechenschaft schuldig. Aber eine Angestellte im Rathaus, auch wenn sie als Amtsleiterin durch die Abgeordneten zu bestätigen war, sollte einen Arbeitgeber haben, der sich schützend vor sie stellt.
Denn soviel steht fest: Ob im Rathaus korrekt gerechnet wurde oder nicht, hat am Ende sowieso der Bürgermeister zu verantworten. Mit Presseerklärungen über fatale Personalentscheidungen wird die Haushaltkrise nicht zu lösen sein. Die hat bekanntlich ganz andere Ursachen, und es wäre gut, die Mannschaft bei unruhiger See gesund und gut motiviert an Deck zu haben. Jürgen Heinrich
