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Ist Cottbus schon Einkaufsstadt?

Die Frage, ob Cottbus wirklich schon die Einkaufsstadt ist, die sie ihrer Lage nach sein sollte, stellt sich immer dann, wenn an manchem grauen Wochentag der Frühjahrswind ein paar zerknäulte Servietten vom Fastfood am Turm Richtung Altmarkt bläst. Kein Mensch fängt sie auf. Weil gar keiner da ist.
Nein, Einkaufsstadt sieht anders aus. Bei trübem oder auch bei freundlicherem Wetter. Die Cottbuser Mitte hat noch längst nicht ihr wahres Potential entfaltet. Daran wird auch ein Einkaufsführer in einer Auflage von 20 000 Exemplaren nichts ändern. Denn: Wem will man die 20 000 Hefte geben? Und noch viel wichtiger: Wem nicht?
Die groß – und, bezogen auf Glanzpapier, auch teuer – klingende Zahl ist ein lauer Hauch im stürmischen Wettbewerb der Handelsplätze. Allein die real,-, Marktkauf- oder EDEKA-Märkte verteilen Woche für Woche in der Region je 100 000-fach ihre Blätter. Nicht ihre Adressen und Telefonnummern, sondern ihre lockenden Angebote. Fünf Millionen Prospekte pro Markt und Jahr!
Was sollen 20 000 Einkaufsführer bewirken außer gegenseitigem Schulterklopfen der Macher? Einkäufer lenken sie kaum in die Geschäfte.
Obgleich sie natürlich besser sind als gar keine Botschaft. Die Altstadt mit ihrem Verein verfertigte mutig 350 000 Flyer, von denen einmal gut 100 000 verteilt wurden. Für mehr Werbung reicht das Budget eines Vereins weniger Händler nicht. Den großen Häusern war gleich ungeheuerlich, dass die Kleinen überhaupt über die Stadtmauer lugten, und es grummelte aus Arbeitsgruppen böse bis ins Rathaus hinein. So bleibt halt nur der Wind in der Sprem und die Frage: Ist Cottbus schon Einkaufsstadt? JH

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