Vielerorts waren die Einwohner auch in der Niederlausitz zur Wahlurne gerufen. Bürgermeister waren zu wählen. Die Meister aller Bürger – welch ein Anspruch!
Wer für das Amt kandidiert, weiß in der Regel, was auf ihn zukommt. Wenn der schöne englische Begriff „full time job“ (Vollzeit-Beschäftigung) irgendwo zutrifft, dann hier. Jederzeit bereit sein, ja, manchmal Bändchen durchschneiden und Häppchen kosten, vor allem aber verantwortlich sein für Dinge, die nicht laufen – oft genug, weil die Bedingungen, unter den Kommunen arbeiten müssen, nicht stimmen. Da und dort haben Bürgermeister, auch im Land Brandenburg, schon resigniert. Aber die Ergebnisse vom letzten Sonntag haben gezeigt: es geht doch!
Gerald Lehmann in Luckau und Anja Heinrich in Elsterwerda sind mit je fast 80 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden, auch Karsten Eule-Pritz in Herzberg geht mit rund 75 Prozent in eine zweite Amtszeit. Sie haben mit den jeweiligen Abgeordneten im Rücken erfolgreich gewirkt und Vertrauen gefunden.
In der Großgemeinde Kolkwitz, lange Vorzeigeort im Spree-Neiße-Kreis, ist das nicht gelungen. Bürgermeister Schreiber hat trotz einer professionellen Plakatierung und Amtsbonus nur 43,6 Prozent der Stimmen erreicht und geht mit Birgit Paulick (34,5 Prozent) in die Stichwahl. SPD gegen Unabhängige Wähler. Aber diese Zuordnung scheint nebensächlich. Nur das Tun und Lassen der Personen wird bewertet, auch in Kolkwitz, wo immerhin 75 Prozent aller Einwohner ihre Stimme abgegeben haben. Rekord diesmal in Brandenburg.
Beim unmittelbaren Nachbarn, der Stadt Vetschau, hat sich ein neuer Meister aller Bürger gefunden. Chris Mielchen, seit langem Stadtverordneter, hat weit über 80 Prozent der Stimmen bekommen. Vorgänger Bengt Kanzler trat nicht an, wohl weil die Stadtkasse ratzekahl leer ist. J.H.
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