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Kommentar: Zuhören lernen

Herbstzeit ist Lesezeit. Und vor allem: Vorlesezeit! Wer Kinder und Enkelkinder im Haus hat tut gut daran, den Kleinen vorzulesen. Das ist im Vorschulalter außerordentlich wichtig, denn Fachleute haben herausgefunden, dass Schulanfänger ein großes Defizit haben im hörenden Verstehen. Kinder sind an Fernsehbilder und Handy-Filmchen gewöhnt, aber es gelingt ihnen nach dem Schuleintritt nur schwer, die Worte des Lehrers aufzunehmen und zu verstehen. Das ist der Hintergrund für die Initiative von DIE ZEIT mit der Stiftung Lesen. Die Vorlesekultur in Deutschland braucht Rückenwind, so auch hier in der Lausitz. Am Vorlesetag am 21. November (übernächsten Freitag) beteiligen sich Kindergärten und alle Bibliotheken und haben Gäste zum Vorlesen eingeladen.

Die Cottbuser Bildungsdezernentin Elke Belle etwa liest in der Regionalbibliothek in der Berliner Straße von „Zwiebelchen“ und seinen unterdrückten Gemüsefreunden. Lesepaten vom „Bergschlösschen“ sind in Spremberger Kindergärten und Grundschulen unterwegs. Sie bringen als Vorleser schon viel Erfahrungen mit, denn den bundesweiten Vorlesetag gibt es schon seit 22 Jahren. Gern haben sich dabei immer wieder Politiker inmitten von Kindern fotografieren lassen. Doch viel wichtiger als diese anregenden Momente sind die alltäglichen Gelegenheiten an Herbst- und Winterabenden daheim. Eltern, Großeltern und Verwandte, natürlich auch die älteren Geschwisterkinder sollten möglichst oft zu Vorlesebüchern greifen. Fachleute haben dafür geeignete Buchtitel aufgelistet. Bibliotheken, aber auch Buchhändler beraten dazu gern.

Die Sendung mit der Maus und das ganze KiKa-Programm kennen und lieben die Kleinen, aber richtig fit wird ihre Fantasie und die Vorstellungskraft erst in den Vorlesestunden. Der goldene Herbst bringt die schönsten Gelegenheiten, in trauten Familienrunden das Zuhören zu lernen. J.H.

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