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Marktplatz wär’ das Mindeste

20 Jahre sind vergangen, seit nach dem Mauerfall mit harter Währung ein Neubeginn im Osten kam.
In unserem Umfeld hat sich viel verändert: Städte und Dörfer glänzen, Kunst und Kultur entfalten Reichtum, Hochschulen haben sich entwickelt, ein schillernder Handel sowieso, und die meisten von uns haben ein schönes Stück von der Welt gesehen. Nur mit dem Begriff Markt tun wir uns anhaltend schwer.
Es git kaum Anlass für aufrichtigen Jubel. Das meiste ist geschenkt oder auf Pump in Anspruch genommen. Dass sich die Verhältnisse zwischen West und Ost nur langsam angleichen würden, hat 1990 niemand bezweifelt. Heute wissen wir zumindest für Brandenburg: Es geht weit langsamer, als Pessimisten befürchteten. Die Ost-Wirtschaftskraft liegt gerade mal bei 70 Prozent der westlichen, und von den 100 größten deutschen Unternehmen hat nicht ein einziges seinen Sitz im Osten. Traurig.
Wir haben hier aufs falsche Pferd gesetzt. Wir Cottbuser waren berauscht vom Blütenfest der BuGa und haben nachhaltig nichts daraus gemacht, nur leidenschaftlich beide Hände aufgehalten für sinnleere Subventionen. Und der Bund ließ die heftig ausschütten, um den Osten still und dröge zu halten: allein 170 Millionen Euro bis 2005 für Schwimm- und Spaßbäder hier in Brandenburg, von Tropical bis Lagune!
Von Vattenfall abgesehen, das die Kohle da ausbuddelt, wo sie nun mal liegt, gibt es hingegen keinerlei neue Industrie in der „Stadt in der Lausitz“, wie sich Cottbus jetzt nichtssagend nennen will. Würde wenigstens „Marktplatz der Lausitz“ da stehen. Wäre es nicht das Mindeste, wenigstens endlich den Willen zu formulieren, etwas Nützliches zu sein?

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