Inzwischen singt jedes Brandenburger Kind das Märkerlied, und selbst der Landtag stimmte es 1990 bei seiner Konstituierung an. Der „Rote Adler“, erdichtet 1923 von Gustav Büchsenschütz, ist die inoffizielle Hymne unseres Bundeslandes, und wo immer die Emotionen hochschlagen – ob beim Energie-Fußball oder bei Vereinsjubiläen, Gartenfesten und selbst familiären Anlässen – immer wieder erschallt: „Heil dir, mein Brandenburger Land!“
Nichts gegen wissenschaftliche Wirkungsuntersuchungen von deutschem Liedgut – aber wir sollten diesem schönen, naiven und doch sehr festlichen Tongefüge seinen Lauf lassen. Aus linken Lagern gibt es gelegentliche Bedenken wegen brauner Mitläuferschaft des „Brandenburg allewege“, von rechts im Gegenteil übermäßige Huldigung fürs „Vaterland die Treue in allen Zeiten fort.“
Beides kann das Lied aushalten. Kein Chor muss es streichen aus seinem Repertoire. Wir sägen ja auch nicht die Eichen ab, die ihr goldenes Laub ohne Schuld auf so manche Uniformfarbe haben fallen lassen. JH
Märkische Hymne

