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Recht flott nachgelernt

Endlich Ferien! Wer will da noch an Schule denken? Doch für die 992 Gymnasiasten in Cottbus und Spree-Neiße, die sich in den letzten Tagen in großen Hallen bei Abi-Feiern vergnügten, wabern die Prüfungsergebnisse ihrer Abschlusszeugnisse noch in ihren Köpfen.
Die waren nämlich richtig gut. Bildungsminister Holger Rupprecht lobte sogar die sehr guten Noten im Lande, anteilig die meisten seit 2001. Fünf der neun Cottbuser Rektoren durften Zeugnisse mit der Gesamtnote 1,0 überreichen. Im Pückler-Gymnasium des Landkreises mit allein 207 Absolventen beispielsweise gab es keinen einzigen Durchfaller. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Olympiade-Erfolgen
der Steenbeck-Schüler oder der Schachdenker aus Guben und Forst.
Doch wo sind die furchtbar schlechten Schüler, die vor drei Jahren noch die Pisa-Ergebnisse verursachten? Die 15-Jährigen, die zu blöd waren, Polen auf der Landkarte zu finden oder cool mit „c“ zu schreiben, sind scheinbar verschwunden. Oder haben sie gar nachgesessen nach dem Pisa-Schock und gepaukt? Bei fast zwei Dritteln der Schüler, die auf die Gymnasien drängeln, kann das fehlende Drittel kaum den miesen Durchschnitt ausgemacht haben. Denn in den Betrieben gibt es nicht nur Luschen, sondern auch reichlich kluge Köpfe, die Autos schrauben, Kuchen kreieren, historischen Kratzputz am Cottbuser Theater aufspachteln lernen. Vielleicht waren unsere Lehrer nicht clever genug für die praxisorientierten Pisa-Fragen. Die sind nämlich lebensnaher formuliert, als manche Klassenarbeit. Es sind Ferien. Vielleicht beginnen jetzt die Stundenplaner zu büffeln, Pisa kommt 2012 wieder!

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