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Ärzte ohne Sorgen

Brandenburgs Ärzte haben sich, was ihre berufspolitische Selbstvertretung und deren Selbstverständnis betrifft, in eine Glaubwürdigkeitskrise manövriert. Ihre Kammer, hier in Cottbus komfortabel etabliert, könnte, wenn es eine Mehrheit der etwa 100 Kollegen umfassenden Versammlung gut findet, ihr eben erst für 1,4 Millionen Euro errichtetes Haus verlustreich aufgeben, um sich im Potsdamer Neubau der Kassenärztlichen Vereinigung einzumieten.
Was die Ärzte zu solchem Tun verführen mag, ist die Lust auf Nähe zur politischen Macht und vielleicht mehrheitlich die Unlust, bei Kammerverpflichtungen die weiten Wege in den Landessüden zu fahren. Keine gewichtigen Gründe für einen fatalen Schritt, wahrhaftig nicht!
Die Ärztekammer sitzt in Cottbus, weil im Juni 1990 (also lange vor Bildung des Landes) die Initiative zu ihrer Gründung durch 41 Ärzte vor allem hier im Süden lag, wo es auch das größte Krankenhaus gab und gibt. Dieser Sitz hat sich so gut bewährt, dass ein schönes Haus in der Dreifertstraße entstand, während die Geschäftsstelle ihren Sitz in Potsdam bezog, was in der Tat für die Tagesaufgaben eine nützliche Nähe zu den ministeriellen Entscheidern ergibt. Das klappt in dieser Dualität ganz vorzüglich. Und trotzdem diese Abwendung von Cottbus?
Es ist nicht nur gekränkte Eitelkeit, wenn der OB schon allein solch eine Debatte als Imageschaden wahrnimmt. Viel schlimmer ist, dass die Kammer nun Wasser predigt und vom Wein nippt, wenn sie Ärzten zureden wollte, ins flache Land zu gehen, um dort die Versorgung zu sichern. Die Erwählten hingegen erstreben Sichtkontakt zu Sanssouci. Um „Ohne Sorgen“ zu sein? Jürgen Heinrich

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