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Weihnachts-Botschaft

Heinrich_kommentar_wpDie Weihnachtslieder, die wir singen und gesungen haben, klingen nicht nur schön, sie sind vielfach auch sinnbe- und gar überladen. Sie stimmen nachdenklich und bereiten mitunter auch Gewissenskonflikte.
Nein, unser schönes Weihnachtsfest ist im biblischen Ursprung kein reines Ereignis ungetrübter Freude. Unsere Krippe aus geschnitztem Holz auf der Fensterbank zeigt Maria und Josef mit dem Kinde in beklemmender Lage. Die Geburt gibt Hoffnung, aber die Zeichen der Not in misstrauischer Fremde sind unverkennbar: Der windschiefe Stall, das Lager aus Stroh, der Beistand nur durch die bettelarmen Hirten.
Diese Familie befindet sich auf der Flucht, auf der Flucht in einem Lande, in dem auch heute noch Angst, Verfolgung und Krieg herrschen. Vor Bethlehem, der Stadt jener Geburt, steht eine Mauer, die noch höher und häßlicher ist, als die in Berlin war.
Aber wer wartet da links in unserem Krippenbilde? Wer erscheint in solch farbiger Pracht, wie sie uns heute selbst unterm Weihnachtsbaum an völlig überfüllten Gabentischen umgibt? Natürlich: Drei Könige. Aus dem Morgenland. Aus dem Morgenlande?
Was mag geschen sein in dieser Welt, dass wir, die wir den Heiland, den König der Juden, anbeten, die Erben jener Könige zu Bettlern gemacht haben? Dass wir Bedürftigen nicht ihre Angst nehmen können vor Kriegen, in denen zudem noch unsere eigenen Soldaten stehen?
Weihnachten enthält das Wort vom Schutz des Lebens für alle. Dieses großartige Fest will Christen nicht privilegieren. Es segnet alle Söhne Abrahams: die Juden, die Muslime, die Christen. Wir wollen hier in der Lausitz darüber nachdenken.

    Sie erreichen den Autor: j.heinrich@cga-verlag.de

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