Website-Icon Nachrichten aus Südbrandenburg

Zur Demo am Montag

Am Montag wird es eine Demonstration ganz ungewöhnlicher Art in Cottbus geben. Nicht um soziale Unsicherheit benachteiligter Arbeitnehmer oder gefährdete Jobs geht es da, erst recht nicht um freiheitliche Grundrechte, Reisefreiheit oder den zornigen Wunsch, Funktionäre in die Produktion zu schicken. Das Recht ihren Willen in öffentlicher Versammlung zu demonstrieren, nehmen sich diesmal wohl vorwiegend begüterte Cottbuser, deren Pflicht es natürlich ist, ihren Besitzstand gegen Unbill zu schützen. Und vielleicht gesellen sich weitere Bürger hinzu, die in der schon Monate währenden Diskussion um die „Altanschließer-Beiträge“ zu der Erkenntnis gekommen sind, dass hier in den Geldkreislauf recht stümperhaft und zu fast jedermanns Nachteil eingegriffen wird. Politisch entschieden wurde, den Eigentümern in die Taschen zu fassen, um…- Ja, um was zu tun? Genau das ist schwammig, unsicher, teils verwegen. Aber: Millionen Euro, die Arbeit sichern könnten, sind erst einmal weg. Auf irgendwelchen Konten (zu wessen Nutzen?) deponiert.
Eine wirklich ungewöhnliche Demonstration unter Rathausfenstern.
Allerdings bleibt es, unabhängig von der Botschaft und dem Ergebnis der Willensbekundung, instinktlos, die Veranstaltung „Montagsdemo“ zu nennen. Das ist und bleibt für die, die an der historischen Wende des deutschen Geschicks beteiligt waren, ein belegter Begriff. Und so sollte es bleiben.
Jene Montagsdemos haben bewirkt, dass im Rechtsstaat frei gestritten werden kann. Jedenfalls solange das Geld reicht. Im Zweifel ist Nachdruck auch per Demo möglich: am Montag, am Dienstag – immer. JH

Die mobile Version verlassen