Website-Icon Nachrichten aus Südbrandenburg

Aprilsommer bringt Freud und Ärger

150725ernte
So wurde noch bis in die 50er-Jahre geerntet: Die Frauen banden das Getreide zu Garben und stellten sie zum Trocknen zu einer Puppe auf Foto: privat Irene Nickmann

Landwirte im Dauerstress / Trockenzeit-Befürchtungen sind ausgeblieben:
Region (ha). Nach den sehr tro­ckenen Frühlingsmonaten sind die Lausitzer Landwirte derzeit im Dauerstress. „Die Trockenheit hat dem Wintergetreide mächtig zugesetzt, vor allem Roggen, Weizen und Raps haben gelitten“, schätzt Thomas Goebel, Geschäftsführer der Göritzer Agrar GmbH, ein. „Aber unsere Ausfallbefrüchtungen bei der Gerste haben sich nicht bestätigt, hier haben wir etwa zehn Prozent weniger Ertrag als letztes Jahr.“ Das bestätigt auch Bernd Starick von der Bauern AG Neißetal: „Der Winterroggen ist in den letzten Wochen noch einmal gut gewachsen, so dass wir eine mittelmäßige Ernte einfahren konnten. Problematisch ist der Regen jetzt, für die Ernte brauchen wir die Trockenheit. Besonders Stroh bekommen wir nicht in die Lager.“ Alle Erntemaschinen und Leute sind in ständiger Bereitschaft, sagt Thomas Goebel: „Jetzt ernten wir Raps und Roggen und nutzen jede Minute, montags bis sonntags, früh bis abend. Liebe Touristen, seien Sie nicht böse, wir müssen jetzt die Nahrung einholen“, appelliert er an die Leser des Märkischen Boten. „Je länger wir warten müssen, umso schlechter wird die Getreidequalität und umso mehr Früchte müssen wir gleichzeitig einholen. Das geht auf Kosten von Mensch und Maschine.“
Andererseits sprießt Grünes wie selten. „Der Mais verspricht eine gute Ernte, auch Maiskörner werden wir im September ernten können. Das gesamt Grünland holt kräftig auf“, so Bernd Starik. „Auch Blumen wachsen deutlich besser als in den letzten Jahren. Nur die Kartoffelernte wird bei feuchtem Boden schwieriger. Alles Grünes wächst ausgesprochen gut, leider auch das Unkraut, was wiederum die Qualität des Getreides schmälert“, ergänzt Thomas Goebel.

Die mobile Version verlassen