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Erdrückende Enge – Gedenkstätte Zuchthaus zeigt nachgebildete Zelle

Die ehemaligen politischen Häftlinge und bildenden Künstler Jörg Beier (l.) und Gino Kuhn rekonstruierten die erdrü-ckende Enge einer Zelle aus den 1970er-Jahren. Hier lebten auf 44 Quadratmetern 28 Häftlinge
Foto: Carolin Bablich

Cottbus (C.B.). Die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus eröffnete am Dienstag eine rekonstruierte Zelle aus den 1970er-Jahren. Dargestellt wird eine Szene nach dem Wecken. Auf 44 Quadratmetern sind 30 lebensgroße Figuren – 28 Häftlinge und zwei Wärter – von den beiden ehemaligen politischen Häftlingen Gino Kuhn und Jörg Beier künstlerisch gestaltet worden.
„Wir haben die Figuren individuell aus verschiedenen Materialien modelliert. Das Projekt wurde von uns sehr abstrakt umgesetzt. So sind die Häftlinge beispielsweise nicht mit Farbe angemalt, um zu verhindern, dass das Ganze puppenhaft oder kitschig wirkt. Den Besuchern sollen vor allem die beklemmende Enge des Raumes und die katastrophalen Zustände, unter denen die Häftlinge hier leben mussten, vermittelt werden. Die Belegung der Zellen war so hoch, dass die Inhaftierten in Vierstockbetten übereinander schlafen mussten. Es gab nur eine Toilette und zwei Waschbecken mit Kaltwasser. Blechblenden hinter den Fenstern versperrten die Sicht nach außen“, erklärt Jörg Beier.

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