Cottbus (MB). Serbske blido – die Gesprächsrunde in wendischer Sprache findet am 21.1. um 17 Uhr im Wendischen Museum statt. Dr. Christian Zschieschang ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sorbischen Institut in Cottbus. Er studierte Geschichte, Namenskunde und Sorabistik in Leipzig und arbeitete danach mehr als 20 Jahre als Namenforscher am GWZO (Geisteswissenschaftliches Zentrum für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas bzw. seit einiger Zeit Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa). Dort forschte er in mehreren Projekten vor allem zu Orts- und Flurnamen als Zeugnisse für verschiedene Aspekte der mittelalterlichen Geschichte. Seit 2020 ist er am Sorbischen Institut beschäftigt. Seine Aufgabe hier besteht darin, sorbische Namen als Teil des sorbischen Sprach- und Kulturerbes stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern und die existierenden umfangreichen Sammlungen und Forschungsergebnisse zu sorbischen Namen für die digitale Zukunft der Wissenschaft fitzumachen.
Viele sorbische Ortsnamen verschwanden im Dritten Reich und wurden durch deutsche Benennungen ersetzt. Waren es damals Verordnungen „von oben” oder auch Initiativen der Dorfbewohner selbst? Wie war das gesellschaftliche Klima in den Dörfern damals bzw. welche Meinung hatte man gegenüber sorbischen Namen? Und können wir uns damit abfinden, dass viele dieser Umbenennungen nicht wieder rückgängig gemacht wurden? Christian Zschieschang ist nicht hauptsächlich mit diesem Thema beschäftigt, stößt aber immer wieder bei seinen Forschungen darauf. Was er dabei gefunden hat, möchte er mitbringen und zur Diskussion stellen.
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