
Potsdamer Klinikum möchte Mehrheit am Forster Krankenhaus
Forst (mk). Die einhundertprozentigen Anteile der Stadt Forst am Krankenhaus wackeln. Das Klinikum „Ernst von Bergmann“ möchte 51 Prozent der Anteile und somit die Mehrheit am städtischen Krankenhaus
erwerben. Der Landtagsabgeordnete Jens Lipsdorf traut dem Frieden nicht.
So schreibt er, dass die angedachte Verlegung von Patienten mit komplexen Erkrankungen nach Potsdam nichts ande- res bedeutet, als das in Forst künftig nur noch Schnupfen-Patienten behandelt werden. Auch die Passage, welche eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Potsdamer Klinikum-Konzerns betrifft, kritisiert er. „Wir holen raus, was zu holen ist und kürzen Stellen in Forst bis es für uns rentabel ist“, bedeutet dies, glaubt der Abgeordnete. Das Nutzen gemeinsamer Verwaltungsbereiche sei nichts anderes als ein Rückbau der Forster Verwaltungsstrukturen.
Der Forster Bürgermeister Dr. Jürgen Goldschmidt sieht hingegen keinen Grund Schreckgespenster an die Wand zu malen. Schließlich hatte die Stadt diese Partnerschaft ausgeschrieben um Arbeitsplätze in Forst zu sichern.
Das Angebot aus Potsdam habe sich dabei als das Interessanteste erwiesen, so der Rathaus-chef. Das Potsdamer Klinikum sei kein Unbekanntes. Beide Kliniken hätten bereits erfolgreich zusammengearbeitet. Eine Ausweidung des Forster Krankenhauses ist nicht zu befürchten, beruhigt Jürgen Goldschmidt. Im Gegenteil. In den Verträgen sei eine bauliche und medizinische Weiterentwicklung des Forster Standortes vorgesehen. Eine Ausweidung ist nach Ansicht des Bürgermeisters unlogisch, das Potsdam als eventueller Mehrheitshalter sich ja selbst ausweiden würde. Weiterhin ist vertraglich geregelt, dass die Stadt Forst in wichtigen Fragen wie Standortfragen ein vollumfängliches Mitspracherecht behält. Wichtig ist dem Forster Bürgermeister, dass die bisherige Kooperation mit dem Carl-Thiem-Klinikum unberührt bleibt. Die Stadtverordneten in Potsdam und die Forster Stadtverordneten werden im Februar über den Erwerb entscheiden.
