
Der Naturschutzbund spricht von einer überschätzten Gefahr:
Region (MB/trz). Viele Anrufe beim NABU Brandenburg drehen sich derzeit um Wespen- und Hornissennester. Offenbar sorgt auch das trockene heiße Wetter für optimale Brutbedingungen in diesem Jahr. „Viele Anrufer sind einfach unsicher, ob von solchen Nestern im Garten oder am Haus Gefahren ausgehen“, so NABU-Geschäftsführerin Christiane Schröder.
Vielen Menschen sei beispielsweise gar nicht bekannt, dass diese Insektenvölker nur wenige Monate existieren. Im Spätsommer schlüpfen die neuen „Königinnen“, die sich nach dem Hochzeitsflug Reserven für den Winter anfressen, um dann an frostfreien Orten wie Mauerritzen, Holzstapeln oder Dachböden zu überwintern. „Im Frühjahr erwachen nur die Königinnen wieder und beginnen an einer geeigneten Stelle den Bau eines neuen Nestes. Alte Nester vom Vorjahr werden nicht wieder besiedelt“, beruhigt die Biologin. Die ersten wenigen Larven werden noch von der Königin selbst herangezogen und bleiben vom Menschen meist unbeachtet. Dann übernehmen die neuen Arbeiterinnen diesen Job und die Königin konzentriert sich auf fressen, verdauen und Eier legen. Im August haben die Wespennester die größte Individuenzahl. Sie sammeln dann eine Unmenge anderer Insekten als Nahrung ein und spielen in den Stoffkreisläufen der Ökosysteme eine wichtige Rolle als „Gesundheitspolizei“.
„Selbstverständlich sollten Insektenvölker nicht gestört oder sogar mutwillig zerstört werden, es ist klar, dass die Tiere dann alles tun, um ihre Brut zu verteidigen“, bittet der NABU um Rücksichtnahme und Verständnis. Von sich aus seien die Tiere keineswegs aggressiv und Geschichten über die Gefährlichkeit von Hornissenstichen gehören ins Reich der Legenden. Lediglich bei Kleinkindern und Allergikern ist Vorsicht geboten.
Was aber tun, wenn eine Wespe zugestochen hat? Zunächst gilt, die Ruhe zu bewahren. Anschließend sollte die Einstichstelle mit einer Kühlkompresse oder Eiswürfeln behandelt werden, raten Experten. Die Kälte bewirke, dass sich Blutgefäße zusammenziehen. Damit werde einer Schwellung vorgebeugt. Vorsicht ist aber stets bei Stichen in den Hals oder in die Mundhöhle geboten. Dann sollte stets schnell ein Arzt geholt werden.
