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Investoren suchen, Bestand pflegen

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In den hinteren Reihen hörte Klaus-Peter Schulze gespannt die Einlassungen seiner potenziellen Nachfolger

Alle Bürgermeister-Kandidaten wollen die Wirtschaft stärken / Für eine weitere Auszeichnung als „attraktiver Geschäftsort“ sind die Ideen spärlich
Spremberg (hnr.) In diesen Tagen treten die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 12. Januar mit ihren Biografien und Thesen an die Öffentlichkeit. Kernsätze daraus waren am Mittwochabend im Georgenberg-Hotel zu hören und fanden durchweg Beifall.
Erstes aufgerufenes Thema waren Gedanken zum Ausbau der städtischen Infrastruktur. Dieter Freißler vom Brandschutz, den 1978 das Mansfelder Kupferprojekt nach Spremberg brachte, setzt auf Bergbau. Und er sieht Reserven im ASG-Industriekomplex: „50 Prozent der Flächen sind leer, über das Anschlussgleis fuhr seit 20 Jahren kein Zug.“
Die Betriebswirtin Christine Herntier setzt bei der Sozialanalyse an: „Ältere Menschen dürfen hier keine Angst vorm Alleinsein haben.“ Und sie will beleuchtete Spielplätze oder gar Indoor-Angebote für Kinder. Der Florist Jens-Uwe Winler, selbst Vize-Chef des veranstaltenden City-Werberings, will eine Stadt kurzer Behördenwege und strebt bei Gewerbeansiedlungen die Revitalisierung möglichst vieler Altbausubstanz an. Für größere Industrien bleibe natürlich der Standort Schwarze Pumpe mit Chancen der Grenz-Kooperation Brandenburg-Sachsen wichtig. Hartmut Höhna, kommunalpolitisch umfassend erprobt, setzt auf Wirtschaftskraft, glaubt aber nicht, damit den Tücken der Domografie beizukommen. Er setzt auf die starke Innenstadt, will einen „Vollversorger“ in den Knoten der Geschäftsstraßen pflanzen. In gleichem Zusammenhang betont er die sichere Krankenhaus-Vollversor- gung.
Sabine Kucher von „Unser Spremberg“ schließt sich dem Branschutz-Kollegen an: Braunkohle und Kupfer seien Sprembergs Stärken. Sie will außerdem Schulen mit der BTU vernetzen, um in zukunftsfähige Technologien zu investieren.
Zur Frage, wie die Stadt wieder ausgezeichneter Einkaufsort werden könnte, waren die Ideen dünner. Christine Herntier verfehlte das Thema, während Sabine Kucha wenigstens bauliche Änderungen an der Dresdener Straße für nötig hielt. Dieter Freißler mahnte an, sich an das existierende Stadtentwicklungskonzept 2014-2019 zu halten und etwas gegen die Spreeverockerung zu tun.
Hartmut Höhna forderte aus dem Rathaus stärkeres Entgegenkommen für Antragsteller und kritisierte zu starken Autoverkehr der Langen Straße in Spitzenzeiten. Auf Ruhezonen und sichere Fahrrad-Abstellplätze in den Geschäftsstraßen verwies der unabhängige Kandidat Winkler und fragt: „Schließt der neue Kreisel die Innenstadt an oder aus?“
Die weiteren Fragen zu Tourismus, City-Marketing und sozialer Infrastruktur führten zu Antworten, die Angedeutetes vertieften oder wiederholten. Dabei warnte Höhna vor Wunschlisten. Er wie auch seine Mitbewerber wollen sich mit Versprechungen zurückhalten.
Darauf zu achten, bleibt nun Aufgabe der Wähler.

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