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Langer Atem für Friedhöfe wichtig

Neue Konzeption soll über Monate in Spremberg diskutiert werden

Spremberg (trz). Friedhöfe sind in jeder Kommune ein besonders emotionales Thema. Das ist in Spremberg nicht anders. Dort wird gerade an der neuen Friedhofskonzeption gearbeitet. In diese sollen möglichst viele Interessen einfließen. Der Grund für die Überarbeitung des Papiers ist zum einen, dass es in der Stadt flächenmäßig zu große Begräbnisanlagen gibt. Konkret handelt es sich um 6,7 Quadratmeter je Einwohner. Normal seien in Brandenburg aber lediglich zwei Quadratmeter pro Kopf. Auf manchen Friedhöfen ist nicht einmal ein Viertel der Fläche mit Gräbern belegt. Beispiel Cantdorf: Dort umfasst das Areal insgesamt 4000 Quadratmeter, genutzt werden aber nur 320 Quadratmeter.
Insgesamt gibt es in Spremberg 20 Friedhöfe mit einer Gesamtfläche von 11 Hektar. Die größte Anlage bildet mit 4,7 Hektar der Waldfriedhof in der Drebkauer Straße.
Zum anderen ist die neue Friedhofskonzeption erforderlich, da immer mehr Begräbnisarten im Kommen sind. Für die klassischen Erdgräber entscheiden sich heute nur noch wenige. Stattdessen seien Bestattungen auf der grünen Wiese, in Urnen und ähnliches gefragt.
Künftig, so sieht es der Entwurf der Stadt vor, könnten auf sämtlichen Friedhöfen alle neuen Grabarten vertreten sein. Jetzt müsse mit den Leuten vor Ort diskutiert werden, inwieweit das notwendig sei. Darüber hinaus dürften auch Friedhofsschließungen kein Tabuthema sein. Schließlich seien diese Stätten in ihrer Unterhaltung nicht gerade billig. Ins Auge gefasst sei eine Schließung der Friedhöfe in Cantdorf und Bühlow.
Wird eine Anlage geschlossen, bedeute dies noch lange nicht, dass diese sofort verschwindet. Schließlich bleibe sie laut Gesetz solange erhalten, bis die Ruhezeit des dort zuletzt Bestatteten verstrichen ist. Dabei handele es sich in der Regel um 20 Jahre. Die Abgeordneten sind beim Thema Friedhöfe verschiedener Meinung. Für Claudia Noack (Nächste Generation) kommt eine Schließung nicht in Frage: „Schließlich handelt es sich um geweihte Erde“, begründet sie. Jens-Uwe Winkler (Vereinigte Wählergruppen) merkt an, dass die Leute Raum für ihre Trauerbewältigung bräuchten. Peter Reininger (CDU) regt an, dass die Mitglieder seines Gremiums jeden der 20 Friedhöfe in Augenschein nehmen. Pro Sitzung seien fünf Anlagen machbar. Im Sommer sei man dann durch. Zudem sollten die Ortsbeiräte intensiv in die Arbeit eingebunden werden.

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