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„Mit der Pilotanlage haben wir erreicht, was erreichbar war.“

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Was wird nun aus der Forschungsstation? Projektleiter Uwe Burchhardt (li.) gab im Barbarasaal einen umfassenden Überblick über Erreichtes, zu kurzfristig bevorstehenden Aufgaben und zu langfristig Möglichem. Wie die Nutzung der CO2-Abspaltung, Transport und Lagerung bereits funktioniert, erklärte Max Ball, Manager des Energieunternehmens SaskPower in Kanada. Mit den Kanadiern unterzeichnete Vattenfall eine Kooperation zu Forschungsergebnissen des CCS-Verfahrens Fotos: Hartmut Rauhut

Nach fünf Jahren endet das CCS-Forschungsprojekt in Schwarze Pumpe / Eine Kooperation mit Kanada ermöglicht Know-how-Austausch
Schwarze Pumpe/Cottbus (ha). Uwe Burchhardt, seit fast acht Jahren Projektleiter der CCS-Forschungsanlage am Kraftwerk Schwarze Pumpe, hat einen vollen Terminkalender. Obwohl am 9. April der  offizielle Abschluss des Vorhabens vollzogen wurde. „Wir loten jetzt aus, was aus den einzelnen hochwertigen Komponenten wird. Es gibt viele Interessenten“, stellt er klar, denn die Pilotanlage wird nicht der Abrissbirne zum Opfer fallen, sondern in anderer Form weitergenutzt. Zwar haben sich während der Forschungsjahre die Rahmenbedingungen geändert, so dass ein Einsatz im nächstgrößeren Maßstab eines Demonstrationskraftwerkes in Jänsch­walde nicht mehr möglich wurde. „Trotzdem haben wir erreicht, was zu erreichen möglich war. Wir sind jetzt startklar für den nächsten Schritt“, so Uwe Burchhardt. Das betrifft die Abspaltung des klima-schädlichen CO2. Einen Schritt weiter ist das Energieunternehmen SaskPower. „Wir wollen schon Mitte Juli das CO2 abscheiden, über Pipelines transportieren und unterirdisch verpressen“, steckt Max Ball, Manager beim kanadischen Kohlekraftwerks­­­­be­treiber, den Entwicklungsstand fest. „Wir lernen von Vattenfall nicht nur viel aus der Forschungsanlage, sondern auch bei der Vermittlung in der Bevölkerung. Die Probleme hier in Brandenburg sind eine
Lehrstunde für uns“, so der CCS-Experte. „Wir wollen auf verschiedenen Feldern zu­sam­men­arbeiten. Neben der Öffentlichkeitsarbeit spielt auch die Infrastruktur für solche Projekte eine große Rolle und das Festlegen von Standards für solche Vorhaben.“ Für die Vattenfaller hingegen sind die Erfahrungen des Gesamtsystems CCS besonders interessant. „Wir konnten ja das Zusammenspiel von CO2-Abscheidung, Transport und Speicherung nicht erforschen. Hier können wir von den Erfahrungen der Kanadier profitieren. Es ist ein Geben und Nehmen“, so Uwe Burchhardt. Im kleinen Maßstab ist der Transport mit Lkw und die Speicherung schon erforscht worden. In Ketzin wurden in einem Forschungsspeicher rund 1500 Tonnen des Gases verpresst. Es war damit die erste gesamte CCS-Technologiekette auf dem europäischen Festland. „Wir sind stolz, dass die Forschungsergebnisse aus unserer Pilotanlage nun großtechnisch international angewendet werden und zur Weiterentwicklung der Technologie beitragen können“, freut sich Hubertus Altmann, Vattenfall-Vorstand für das Ressort Kraftwerke.

Uwe Burchhardt ist sich sicher, dass CCS eine wichtige Option zur Reduktion von Emissionen bleibt. „Kohle wird weiterhin als Stromquelle nötig sein.“ Und Max Ball bestätigt: „Bei uns ist das CCS- oder ein ähnliches Verfahren schon mehrfach Realität. Shell realisiert ein großes Projekt in einer Raffinerie, eine Düngemittelfabrik baut derzeit an einer Anlage zur CO2-Abspaltung“, so der Kanadier.

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