
„Piccolo“ begeistert an neuer Sommerspielstätte mit frechem Musical
Cottbus (hnr). Die „Helden“ des Aristophanes hat Regisseur und Textfasser Reinhard Drogla zu ziemlichen Deppen umgeschrieben. Gutmütigen Waffenträgern, die aber leider nicht lassen wollen vom Kriegsspiel. Den Frauen daheim wird’s kalt in den Betten und sie machen sich gegenseitig heiß – zu einer List.
Nun ja – das Treiben zieht sich, auch als längst alles klar scheint und die Schranken des Anstands gefallen sind, etwas in die Länge, aber dafür gibt es freche, kämpferische und schließlich auch wundervoll lyrische Lieder, die Detlef Bielke geschrieben und arrangiert hat. Ihm obliegt auch die musikalische Leitung und so wurde aus „Lysistrate“ ein Musical. Mit ihm formen sich Ramona Geisler, Andreas Behringer und Konrad Laske zur kleinen Band. Singen müssen und können alle – die Krieger Werner Bauer, Matthias Heine, Hauke Grewe und Alexander Gehlsdorf und natürlich die nur wenig differenziert darbenden „Mädchen“ Heidi Zengerle, Ana Purwa, Maria Schneider und Josephine Egri. Ein tolles Quartett, das auch tanzt und sich ganz schön was traut.
„Lysistrate“ ist das erste Sommertheater-Stück am neuen Spielort direkt neben dem Theaterhaus. Gute Klosterplatz-Tradition musste ausklingen, weil der ehemalige Töpferturm verkauft ist und dem Theater dort nun Hinterland fehlt. Hier am Erich-Kästner-Platz errichtete Bauunternehmer Schweitzer eine Gerüst-Traverse. Zwischen Buchenhecken und unter Linden fügt sich die Bühne gut ein.
