Eindrucksvolle Portraits von André Wagenzik.
Cottbus (MB). Seit 28.5. zeigt das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. in Kooperation mit dem Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv eine neue Sonderausstellung des Fotografen André Wagenzik. Unter dem Titel „Staatssicherheitsinhaftierung“ werden 100 eindrucksvolle Portraits ehemaliger politischer Häftlinge der DDR präsentiert – Menschen, die wegen ihres Strebens nach Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung inhaftiert und entrechtet wurden. André Wagenzik, Fotograf und ehemaliger politischer Häftling in der DDR, der Zeitzeuge Claus Kurth sowie der Leiter des Stasi-Unterlagen-Archivs Frankfurt (Oder) Dr. Sebastian Richter sprechen über Facetten politischer Verfolgung und Haft in der DDR; dabei werden insbesondere die Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit und sein Zusammenwirken mit den Justizorganen beleuchtet. „Jedes dieser Gesichter erzählt eine Geschichte – von Widerstand, Unrecht und erfahrenen Verletzungen“, sagt Heide Schinowsky, Geschäftsführerin des Menschenrechtszentrums Cottbus. „Dass wir diese Ausstellung nun direkt nach deren Präsentation im Bundestag in Cottbus zeigen können, bewegt uns sehr – und ist zugleich eine einmalige Gelegenheit: Unser Haus ist deren zweite und zugleich letzte Station“.
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, dem Koordinierenden Zeitzeugenbüro sowie der SED-Opferbeauftragten beim Deutschen Bundestag, Evelyn Zupke, vorbereitet. Die Portraits dokumentieren das Schicksal von Menschen, die aufgrund vermeintlich staatsfeindlicher Handlungen – wie etwa „staatsfeindlicher Hetze“ oder „ungesetzlichem Grenzübertritt“ – in der DDR verfolgt, verurteilt und häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert wurden. Über 250.000 politische Häftlinge zählte das SED-Regime zwischen 1949 und 1989. Viele von ihnen waren in Cottbus inhaftiert; ein Teil wurde später durch die Bundesrepublik Deutschland freigekauft – für das DDR-Regime ein lukratives Geschäft. Die Ausstellung ist bis 14.9. im ehemaligen Zuchthaus Cottbus (Bautzener Straße 140) zu sehen.
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