
Diebstähle verlagern sich / Rauschgiftdelikte steigen rasant an / Polizeipräsenz bleibt wichtig:
Region (ha). Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter stellte am Donnerstag (9.4.) die Kriminalitätsbilanz der Grenzregion vor. Insgesamt sei die Zahl der Delikte zwar leicht zurückgegangen, der Blick auf die Details zeigt jedoch eher Verschiebungen. Das gilt vor allem für die Diebstahldelikte. Die sind im letzten Jahr sogar angestiegen, die inzwischen fast die Hälfte aller Straftaten ausmachen. Gestiegen sind hier die Zahlen gestohlener Fahrräder und Landmaschinen, Autos standen deutlich weniger im Fokus der Diebe. Große Sorgen bereitet der enorme Anstieg der Rauschgiftdelikte. Wurden 2013 noch 407 Fälle registriert, waren es 2014 bereits 772.
Leicht rückläufig sind dagegen Gewaltdelikte, Sachbeschädigungen, Betrug und Straßen- sowie Wirtschaftskriminalität.
Trotz dieses Rückgangs lag die Kriminalitätsbelastung mit 9 854 Straftaten je 100 000 Einwohner weiter höher als im Land insgesamt, wo sich eine Belastung von 8 004 Straftaten je 100 000 Einwohner ergibt. In den Grenzgemeinden, in denen rund 8,5 Prozent der Bevölkerung des Landes leben, ereigneten sich damit rund 10,5 Prozent (2013: 11,2 Prozent) aller im Land verübten Straftaten.
Ebenso wie die Aufklärung von Straftaten ist das Sicherheitsgefühl. So sei die Gewaltkriminalität in der Grenzregion zwar zurückgegangen, allerdings sorgte eine Raubserie in Guben im vergangenen Jahr für eine massive Erschütterung des Sicherheitsgefühls in der Neißestadt. „Diese besonders schwere Raubserie hat die Menschen in Guben stark verunsichert. Sie ist aber glücklicherweise nicht Alltag in und nicht typisch für das Kriminalitätsgeschehen der Grenzregion. Ich bin froh, dass diese Serie in enger Zusammenarbeit mit den polnischen Sicherheitsbehörden nun weitgehend aufgeklärt werden konnte. Die Aufklärung ist ein gutes Beispiel dafür, wie unverzichtbar die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Polizei und Justiz ist“, unterstrich Minister Karl-Heinz Schröter.
Die CDU-Fraktion sieht in der Bilanz das Scheitern der Polizeireform. Allein in Forst und Guben sei die Kriminalitätsbelastung in den vergangenen zwei Jahren um 50 Prozent gestiegen, heißt es in einer Stellungnahme. Die Reform basiere nicht auf fachlichen Erkenntnissen und hat stets ignoriert, dass Brandenburg eine 250 Kilometer lange Grenze mit einem Wohlstandsgefälle hat. „Wir brauchen mehr und nicht weniger Polizisten und wir brauchen endlich ein nachhaltiges belastbares Konzept für die Kriminalitätsbekämpfung“, so die CDU-Fraktion.
