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Spremberg: Spremberger Jugendliche haben Zukunftssorgen

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Die beiden Moderatoren Chris Birla (2.v.l.) und Lisa Krause (3.v.l.) diskutierten mit den Abgeordneten Ulrich Freese (l.), Dr. Klaus-Peter Schulze sowie Birgit Wöllert über aktuelle Themen. Hauptziel: Mehr Jugendliche für ein Engagement in der Politik zu begeistern Fotos: T. Richter-Zippack

Mitglieder des städtischen Nachwuchsparlaments diskutieren mit den Bundestagsabgeordneten:

Welche Themen brennen jungen Sprembergern derzeit am meisten unter den Nägeln? Dieser Frage ist eine Diskussionsrunde von Mitgliedern des Stadt- und Jugendparlaments mit den drei Lausitzer Bundestagsabgeordneten Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU), Ulrich Freese (SPD) und Birgit Wöllert (Linke) nachgegangen. Klare Sache, dass die derzeitige Asylsituation auch in Spremberg kaum jemanden kalt lässt.
So äußern die Jugendlichen die Sorge, dass sich die Flüchtlinge wegen der starken rechten Szene in der Spreestadt nicht sicher fühlen könnten. Eine These, die Birgit Wöllert sofort unterschreiben würde. „Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Der beste Schutz aber ist, den Menschen zu zeigen, dass sie willkommen sind.“ Ulrich Freese ruft indes zu Zivilcourage auf. Treiben die Rechten ihr Unwesen, gelte es, ihnen die Stirn zu bieten. Der SPD-Abgeordnete gehe da mit gutem Beispiel voran. „Als beim Bäcker jemand den Hitlergruß zeigte, habe ich ihn angezeigt.“ Klaus-Peter Schulze warnt davor, vor rechten ­Tendenzen einzuknicken. „Wir werden hier trotzdem Flüchtlinge unterbringen“, stellte der Ex-Bürgermeister klar.
Kupfer ist zu billig
Dass sich die Jugendlichen auch Gedanken um die wirtschaftliche Zukunft der Lausitz machen,. zeigt die Frage nach dem Stand des Kupferbergbaus in der Region. Viel Optimismus können bei dieser Thematik alle drei Abgeordnete nicht verbreiten. Hauptproblem seien die derzeit niedrigen Preise für das Metall. Eine Tonne müsse mindestens einen Ertrag von 7500 Euro bringen, damit sich der Aufwand rechne. Aktuell seien es nur 5000 Euro. Ulrich Freese glaubt nicht, dass es in den nächsten zehn bis 15 Jahren in und um Spremberg eine entsprechende Investition gebe, möglicherweise aber in 20 bis 30 Jahren. Birgit Wöllert wolle hingegen die Heimat nicht noch weiter „schinden“.  „Es macht keine Freude, in einem Gebiet zu leben, wo lange Kupfer gefördert wurde“, sagt die Abgeordnete. Sie weiß, wovon sie spricht: Schließlich stammt ihr Mann aus dem Kupferbergbau im Mansfelder Land.
Für Klaus-Peter Schulze ein Widerspruch: „Es kann nicht sein, dass bei uns alle Bodenschätze liegen, wir aber die dadurch bedingten Umwelteinflüsse nicht haben wollen. Ich würde lieber hier fördern, als in anderen Ländern, wo es dazu noch Kinderarbeit gibt.“
Koks im Gespräch
Wenn es um Bodenschätze geht, ist natürlich auch die Kohle nicht weit entfernt. Eine Schülerin will wissen, ob das schwarze Gold überhaupt noch ein Potenzial habe, wo es doch bald mit ihr zu Ende gehe. Ulrich Freese wolle sich dafür einsetzen, dass die komplette Industrie noch bis mindestens Mitte dieses Jahrhunderts erhalten bleibt. Klaus-Peter Schulze setzt nehmen der Kohleverstromung auch auf eine stoffliche Nutzung des Rohstoffes, beispielsweise die Weiterverarbeitung zu Koks. Für Birgit Wöllert steht dagegen der Erhalt der Lausitzer Landschaft für kommende Generationen im Vordergrund. Schließlich sei Brandenburg schon jetzt das Bundesland mit dem höchsten Anteil erneuerbarer Energien. Allerdings fehle noch immer eine geeignete Speichermöglichkeit.
trz

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