
Am 3. Oktober wird zum großen Bürgerfest auf dem Marktplatz geladen:
Spremberg (trz). Am 3. Oktober jährt sich der Anschluss der DDR an die Bundesrepublik Deutschland zum 25. Mal. Aus diesem Grund wird diesen Sonnabend zu einem großen Bürgerfest auf den Spremberger Marktplatz geladen. Die Schirmherrschaft hat der frühere Brandenburger Ministerpräsident Manfred Stolpe übernommen. Der Politiker werde ab 13.15 Uhr die Festrede halten, informiert das Rathaus. Im Anschluss gebe es ein sicher spannendes Podiumsgespräch über die Umbruchzeit vor nunmehr einem Vierteljahrhundert. Diskutieren wollen unter anderem der erste Spremberger Nachwendebürgermeister Egon Wochatz, die amtierende Stadtchefin Christine Herntier, Zeitzeuge Markus Weiß, Manfred Stolpe sowie Pfarrer Johann Jakob Werdin. Der Kirchenmann erhalte für seine Verdiente während der Wendezeit die Ehrenmedaille der Lausitzperle. Er war erst im Mai aus Spremberg verabschiedet worden und lebt jetzt in der Nähe von Berlin. Darüber hinaus fehlt zum Bürgerfest auch die Kultur nicht. Angesagt haben sich unter anderem die Trachtenkapelle Spremberg, die Musik- und Kunstschule des Spree-Neiße-Kreises sowie das Duo Herzblatt, das erst kürzlich den LAGA-Song aufgenommen und präsentiert hatte. Das Abschlusskonzert ab 19.30 Uhr präsentiere die einheimische Musikgruppe „PubalaPub“.
Nicht zuletzt könnten sich die Besucher zwischen 13 und 18 Uhr auf zahlreiche Stände und Angebote Spremberger Vereine und weiterer Gremien freuen. Die Organisatoren hoffen auf goldenes Herbstwetter.
Am Tag der Deutschen Einheit bleibt der Markt für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Besucher können auf dem nahegelegenen Pfortenplatz ihre Autos kostenfrei abstellen.
25 Jahre ein Deutschland
Cottbus (trz). Können Sie sich das vorstellen? Bereits 25 Jahre sind ins Land gegangen, als die DDR der Bundesrepublik Deut-schland beitrat. Als in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 um Punkt Mitternacht in den meisten Kirchen hüben wie drüben die Glocken zu läuten begannen. Als sich Menschen in die Arme fielen, auch hier in der Lausitz. Klar besitzt der 3. Oktober nicht die Emotionen, die ab dem 9. November 1989 wie ein Orkan durch deutsche Lande brausten. Damals, als die ersten Menschen die Grenzen westwärts gefahrlos überschreiten durften. Ein Vierteljahrhundert sind diese Ereignisse, die die Nachkriegszeit in Europa endgültig ad acta legten, bereits her. Etwa ein Drittel eines Menschenlebens.
Und heute? Sind Ost und West nur noch Himmelsrichtungen, ebenso wie Nord und Süd. Die Lausitz liegt zwar immer noch am deutschen Ostrand, rückt aber zunehmend in die Mitte Europas. Die Europäische Union macht’s möglich. Die Euphorie über das neue Freiheitsgefühl ist verflogen. Ernüchterung hat sich breitgemacht. Fast kein Stein blieb auf dem anderen. Und dennoch: Wer heute an den 3. Oktober 1990 zurückdenkt, dürfte ein Lächeln verspüren. Und eine Prise Stolz. Völlig zu Recht.
