
Stadt pocht auf sofortige Flüchtlingsunterbringung in leere Wohnungen:
Spremberg (mk). Starken Gegenwind aus Spremberg verspürt Landrat Harald Altekrüger. Dieser hatte in der vergangenen Woche erste Pläne für den Bau einer neuen Flüchtlingsunterkunft in der Kraftwerkstraße vorgestellt. So erklärt der Vorsitzende des SPD Ortsvereins Dirk Süßmilch verärgert: „Wir sind besonders darüber empört, dass unserer Vorschläge und Argumente, die Errichtung einer zentralen Unterkunft betreffend, aber vor allem zu möglichen Standorten der Einrichtung von der Kreisverwaltung nicht beachtet wurden. Der Landkreis trifft seine Entscheidungen über die Köpfe der Spremberger Stadtverordneten, Bürgermeisterin und Bürgerinnen und Bürger hinweg, die Probleme aber werden die Spremberger bewältigen müssen.“ Der SPD-Ortsverein will sich gegen diese Pläne wehren und sieht Möglichkeiten in einer sofortigen Unterbringung in Wohnungen. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Klaus-Peter Schulze erklärt: „Davon abgesehen, dass ein neu einzurichtendes Flüchtlingsheim hohe Investitionskosten verursacht, ohne dass eine nachhaltige Folgenutzung abgesichert wird, gibt es angesichts des relativ hohen Wohnungsleerstands in Spremberg optimale Voraussetzungen für eine die Integration fördernde dezentrale Unterbringung.“ Bei der Flüchtlingsunterbringung ist neben einem verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln vor allem auch die Akzeptanz bei der Bevölkerung wichtig, sagt der ehemalige Bürgermeister. „Eine gelebte Willkommenskultur wird es in Spremberg nur geben können, wenn die Bürger, angefangen bei der Lokalpolitik, bei solch wichtigen Entscheidungen mitgenommen und ihre Interessen, Sorgen und Ängste ernst genommen werden. Ein unsensibles Verwaltungshandeln seitens der Kreisverwaltung setzt diese Akzeptanz hingegen leichtfertig aufs Spiel. Auch das Wählerbündnis „Die nächste Generation“ kämpft gegen die Heimunterbringung an. Im sozialen Netzwerk Facebook schreibt das Bündnis: Wir lehnen sowohl den jetzt angedachten Standort, aber auch grundsätzlich die massenhafte Unterbringung von Flüchtlingen in einem gewerblich betriebenem Heim ab. Integration ist in einem solchen Heim ungleich schwieriger und schafft einen sozialen Brennpunkt in der Stadt. Wir fordern weiterhin die dezentrale Unterbringung in freiem Wohnraum der Stadt. Sprembergs kommunale Wohnungswirtschaft kann jeden zusätzlichen Mieter gebrauchen, auch um wirtschaftlich solide aufgestellt zu sein, statt nun Unsummen in Containerbauten und Heimbetrieb zu
stecken.“ Am 8. Juli, so wünscht es sich Dr. Klaus-Peter Schulze, soll das Thema bei der nächsten Kreistagssitzung noch einmal auf den Tisch kommen.
