Website-Icon Nachrichten aus Südbrandenburg

Welzow: Die Förderbrücke wird durchgecheckt

Uwe Kowal (l.) und Frank Matthes bei einem Arbeitsgespräch vor der Welzower F 60
Foto: T. Richter-Zippack

F 60 in Welzow-Süd ist die älteste im Revier.

Welzow (trz). Jeder Mensch, der auf seine Gesundheit achtet, lässt sich regelmäßig beim Arzt durchchecken. Nicht anders geht es den Abraumförderbrücken in den Lausitzer Tagebauen. Die Stahlgiganten brauchen von Zeit zu Zeit ebenfalls umfassende Kontrollen und Wartungen. Die Bergleute sprechen dann verkürzt von der „KI“, der Komplexinstandsetzung. Im Frühjahr wurde der „Dino“ unter den Lausitzer Förderbrücken, die F 60 im Tagebau Welzow-Süd, einer „KI“ unterzogen. Schließlich soll die mittlerweile 45 Jahre alte Konstruktion auch in den kommenden Jahren zuverlässig den Abraum über der Kohle beiseite räumen.
Von Ostern bis Pfingsten wurden nun reguläre Reparaturen durchgeführt. Konkret ging es bei den beiden Brücken-Baggern um die Verstärkung der Seilrollenträger. Außerdem erfolgte ein Wechsel der Rollbahnträger-Schienen. Diese dienen zum Auseinander- und Zusammenschieben der Förderbrücke. Damit kann sie unter verschiedensten Bedingungen arbeiten. Fünf Firmen aus der Region, mit denen die LEAG schon seit vielen Jahren zusammenarbeitet, waren an der F 60 beschäftigt. Teilweise arbeiteten bis zu 280 Experten gleichzeitig an der Brücke, berichtet Gesamtreparaturleiter Uwe Kowal.
Klar, dass bei solchen lange geplanten Maßnahmen die Brücke nicht ihren Dienst versehen kann. Die Bergleute hatten indes vorgesorgt: „Wir konnten auf einen Kohlevorrat von 1,6 Millionen Tonnen zurückgreifen“, erläutert Frank Matthes, der Prozessverantwortliche an der F 60. Somit liefen die Kraftwerke und die Brikettfabrik in Schwarze Pumpe problemlos weiter.
Seit Anfang Juni arbeitet die Förderbrücke wieder im Regelbetrieb. Allerdings lässt sie sich nicht so einfach starten wie beispielsweise ein Auto. Der Anfahrprozess nimmt etwa eine Woche Zeit in Anspruch. Nunmehr bewegt sich der Stahlkoloss weiter auf Alt-Haidemühl zu. Entscheidet sich die LEAG für den Aufschluss des Teilfeldes Welzow-Süd II, würde die Brücke auch dort ihren Dienst versehen. Die Entscheidung soll bis zum Jahr 2020 getroffen werden.

Die mobile Version verlassen