
Im Gewerbegebiet Woschkower Weg schlägt Großräschens Wirtschaftsherz / Keine Freiflächen mehr:
Großräschen (trz). Wer vor 25 Jahren das letzte Mal am östlichen Stadtrand von Großräschen unterwegs war, könnte heutzutage durchaus Schwierigkeiten mit der Orientierung haben. Denn im vergangenen Vierteljahrhundert blieb im dortigen Industrie- und Gewerbegebiet kaum ein Stein auf dem anderen. Inzwischen sind dort rund 20 Unternehmen beheimatet. Die meisten haben sich in der Metallbranche profiliert. Freie Flächen gibt es im „Woschkower Weg indes keine, teilt die Großräschener Wirtschaftsförderin Dr. Cornelia Wobar mit. Das Nettoareal mit seinen rund 50 Hektar ist komplett belegt. Sage und schreibe 800 Arbeits-plätze gibt es dort. Demnach handele es sich um dasjenige Gewerbegebiet in der Region mit der größten Arbeitsplatzdichte im produzierenden Milieu. Neben der Metallbe- und verarbeitung spielen insbesondere die Zulieferindustrie für die Automobilbranche sowie die Logistik eine maßgebliche Rolle.
Das war zur Wendezeit vor 25 Jahren noch ganz anders. Denn damals war dieses Areal noch ganz jung. Am Woschkower Weg, so das Großräschener Rathaus, sollten Investitionen erfolgen, um die überbaggerten Produktionsstätten zu kompensieren. Schließlich hatte fast zeitgleich der Tagebau Meuro den Stadtteil Großräschen-Süd (Bückgen) mit seinen vielen Produktionsanlagen größtenteils in Anspruch
genommen. Allerdings fanden 1989/1990 gewaltige wirtschaftliche Umbrüche statt. So wurde das Kombinats-Verwaltungsgebäude für die Klinkerindustrie zwar begonnen, aber nicht vollendet. Die damals neue moderne Glaswanne für Behälterglas ging ebenfalls nie in Betrieb. Stattdessen siedelten sich nach und nach neue, marktaffine Betriebe an. Auf dem Gelände des Glaswerkes erstreckt sich heute ein größerer Solarpark. Erhalten blieben allerdings die Glaswerkerhäuser in der Straße Am Glaswerk. Diese sind in den vergangenen Jahren saniert und richtig hübsch gestaltet worden.
Manches Wünschenswerte bietet noch genügend Aufgaben für die Zukunft. Beispielsweise der Weiterbau der Straße in Richtung der Trasse nach Altdöbern. Wer den Woschkower Weg aus nördlicher Richtung erreichen will, muss bislang eine recht umständliche Strecke über den engen Bahnübergang in der Oststraße in Kauf nehmen. Das soll sich in nicht allzu ferner Zukunft ändern. Schließlich müssen „lediglich“ ein paar hundert Meter Straße neu gebaut werden.
