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Durchhalten nach kuriosem Derby

Energie träumt nach 2:2 in Berlin weiter von einer Aufstiegs-Siegesserie

Das Berlin-Brandenburg-Derby versprach in den vergangenen elf Jahren meist Hochspannung. Aus der klaren Favoritenstellung für Berlin ging dabei überraschend häufig Cottbus als Sieger hervor. Nach der Punkteteilung am Montag konnte sich Energie diesmal immerhin als moralischer Sieger fühlen. Der FCE hätte die Partie im Berliner Olympiastadion gewinnen können, nach überlegener zweiten Halbzeit gewinnen müssen.
Der Unterhaltungswert des Duells war wie immer hoch. Vor allem Hertha Keeper Aerts sorgte für einige denkwürdige Showeinlagen. Seine seelenruhige Ballabgabe an den neben ihm postierten Shao ging nur deshalb nicht in die Geschichtsbücher ein, weil der Chinese das leere Tor nicht traf. Einen missglückten Abschlag des Berliner Schlussmanns hätte Jula zuvor beinahe direkt in dessen Kasten zurück geschossen. Auch die Cottbuser Defensive präsentierte sich mal wieder nicht sattelfest. Hünemeier ließ nach einer Viertelstunde einen guten Steilpass auf Lasogga passieren. Kirschbaum hatte keine Abwehrchance mehr. Hertha war mit 1:0 in Front. Dann war wieder Aerts an der Reihe. Nach einem Cottbuser Eckstoß verloren die Herthaner den Überblick. Mijatovic köpfte die Kugel direkt auf den Fuß von Adlung, der zum Ausgleich einschoss. Aerts stand genau in der Flugbahn des Schusses, sprang aber bereitwillig zur Seite. Nachdem Hünemeier einige Minuten später nach einem weiteren Eckball sogar für das 2:1 sorgte, schien ein erneuter Sieg tatsächlich möglich. Hertha traf jedoch schnell zum 2:2. Kirschbaum versuchte eine Freistoßflanke abzufangen, wurde aber von seinen eigenen Abwehrkollegen blockiert. Hubnik platzierte den Ball im verwaisten Tor.
Die Partie blieb spannend. Energie wirkte aber entschlossener. Neben Shao konnten auch Adlung mit einem Abstauber und Petersen per Distanzschuss zum 3:2 treffen. Die drei Zähler wären eminent wichtig gewesen.
So muss sich der FC Energie mit neuer Hoffnung nach einem starken Auftritt beim Spitzenreiter begnügen. Von einer nun benötigten Siegesserie war nach dem Abpfiff häufig die Rede. Mit Durchhalteparolen kann die Hoffnung immerhin erhalten werden. Die bisher längste Folge an Erfolgen für Cottbus steht bei vier gewonnenen Spielen. Diesen Rekord müsste die Mannschaft übertreffen. Es stehen noch Begegnungen mit den direkten Konkurrenten wie Bochum, Augsburg oder Duisburg an. Die Mannschaft muss mindestens acht Punkte holen. Genug Zeit ist noch. Vielleicht erleben wir ja in diesem Jahr die größte Aufholjagd Europas. Einen ersten Schritt könnte Energie gestern gegen FSV Frankfurt machen. Die Partie gegen den Ranglisten-Neunten endete erst nach Redaktionsschluss.
Noch bedeutsamer ist jedoch das Pokalhalbfinalspiel am kommenden Dienstag in Duisburg. In der Hinrunde holte das Team in der Schauinsland-Reisen-Arena ein Remis. Diesmal winkt dem Sieger die sichere Teilnahme an der Europa League. Dafür müsste Bayern München im zweiten Halbfinale gegen Schalke 04 triumphieren. Für Energie wäre das der wohl größte Erfolg in der Geschichte des Vereins. Friedrich Heinrich

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