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Ein feiner Baum, frisch geschlagen

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Irgendwie läuft’s nicht so wie’s soll – Suzanne Kockat (l) und Cornelia Jahr in „O Tannenbaum“ in der TheaterNative C. Kommenden Samstag (21.12., 19.30 Uhr) und Sonntag (22.12., 19 Uhr), aber auch Silvester (15 u. 19 Uhr) im Spielplan | Hnr.

Krieg-Helbig kann komisch / TheaterNative C pflegt die guten Schwänke
Cottbus. Die kleine Komödie in der Petersilienstraße setzt in diesem Advent auf feinen Witz und pointiertes Spiel ohne viel Radau. Vergnüglich entfalten sich zwei raffiniert eingefädelte Einakter (Ausstattung und Regie Gerhard Printschitsch), beide bestens besetzt.
Im Schwank „O Tannenbaum“ von Winfried Reinehr (einem Verleger aus Trier) steht der brummige Familienvater im Mittelpunkt, der eine feine Tanne, mit ihr aber einige Probleme ins Haus bringt. Michael Krieg-Helbig, hier in der TheaterNative ein Neuling, zeigt mit diesem zarten Grobian Ansätze seines begnadeten Komödiantentums. Er entfaltet im  Paar mit Cornelia Jahr, hier seine geduldige Frau, gediegene Schauspielkunst im kleinen Theater. Gradlinig, ohne Versuchung zu Klamauk wird das familiäre Missgeschick erzählt und zum Guten gewendet. Das  bewirkt mit beschwichtigender  Frische die immer wieder bezaubernde Suzanne Kockat.
Viel Beifall also für die Tannenbaum-Geschichte, aber auch zuvor schon für die Beziehungskreuzung des Altmeisters Curt Goetz. 1919 hat der „Die Taube in der Hand“ bereits geschrieben, und es steigert den Charme, dass besonders Wolfgang Kaul und Gerhard Printschitsch als alte dicke Freunde (sie sollen dereinst um ihre Frauen gewürfelt haben!) das staubig-anwaltliche „Sie“ der Anrede pflegen. Cornelia Jahr, lustvoll-frivol, und die köstlich empörte („unfassbar!) Beatrice der Christiane Arndt entfachen hier jenes Prickeln, das bei dem Komödiengenius Goetz am Ende das schallende Lachen des Publikums zeugt.
Bravo für beides. Hundert vergnügliche Minuten, zumal bei Getränken am Tisch, sind sicher. Schön, dass TheaterNative C gerade in diesen Tagen, da es von außen etwas Druck auf die Bühne gibt, so erfolgversprechend inszeniert. Gastspielabende sind schon ausverkauft, aber die „Einakter um die Weihnachtszeit“ (kommendes Wochenende wieder) könnten noch zu buchen sein.     J.Heinrich

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