
Bilder von Ladewig im Vattenfall-Hochhaus
Cottbus (Hnr.) Zunehmend widmen sich die wertvollen Kunstausstellungen im Vattenfall-Foyer regionalen Ansätzen, ohne ganz der Provinz zu verfallen. Vorstand Michael von Bronk wirkte sehr nachdenklich im Zwielicht von Melacholie und Erotik während der Vernissage am Mittwochabend. Während Momo sich zu samtenem Gesang räkelte, fand weiter hinten eine Lehrerin „vier Bilder passend zu meiner Couch“. Immerhin.
Dieter Ladewigs Bilder bleiben stehen beim Nachdenken über Malerei. Er hat sich abgefunden damit, dass das dünne Öl tropft und mal rot, mal schwarz zur Kante rinnt. Es sind diese Tränen, die fast allen Bildern, bei viel farblicher Harmonie und Formenfröhlichkeit, die Melancholie anhängen. „An der Sache“ (ein Bildtitel) ist irgendwie mehr dran, als der erste Blick freigibt.
Der Thüringer geriet 1970 in den Cottbuser Theatermalsaal und hier an den robusten Hans Scheuerecker. Ladewigs Falt-rollos aus der Schlosskirche erinnern noch heute in manchen Cottbuser Wohnungen an das Prickeln der „forum k“-Nächte, in denen sich die freie von der Saatskunst aussortierte.
Ladewig verfolgte die Theatermalerei, studierte in Dresden und ging dann nach Sachsen-Anhalt. Seine Bilder werden in vielen Orten gezeigt. Geschichten lassen sich über sie oder aus ihnen heraus nicht erzählen. Es sind Bruchstellen und Risse in ihrer eigenen Ästhetik. Jedenfalls sehr sehenswert.
