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„Da Vinci“ – eine technophile Ballett-Uraufführung

Leonardos Pulsschlag.

Bellett-Uraufführung in der Kammerbühne: Noch nicht, aber schon bald in der Abandmahl-Sitzordnung, in der Mitte (6.v.l.) Leonardo da Vinci (Jorge Concepción Leal). Foto: Bernd Schoenberg

Cottbus. Im Schwarz der Bühne arbeiten seine Hände bei wenig Licht hektisch. Es ist Leonardo, der Maler, Ingenieur, Architekt, Anatom, Erfinder, dessen Energie hier pulsiert, dem rundum Mystischen zum Trotz, bald schon provozierend und mitreißend. Der begabte Brasilianer Lucas Valente erzählt eine Geschichte, die sich choreografisch eigentlich gar nicht darstellen lässt. Zu geheimnisvoll ist das Wunderwerk dieses Leonardo aus dem Dörfchen Vinci, der die Mona Lisa und das letzte Abendmahl schuf, der Mechanik im Studierzimmer ersann und Menschen sezierend zu verstehen suchte. Seine Genialität setzte sich durch, riss mit, sein Pulsschlag wurde zum Zauber der Renaissance. Das genau bildet Valente ab und baut mit einer höchst disziplinierten Kompanie eine technophile Ode zu Ehren des Erfinders, deren Musik meist hämmert, auch mal schwelgt, vor allem aber den hastenden Rhythmus vorgibt, in dem sich die Tänzerschar meist auf schwarzen Stühlen an hellen Tischen sitzend synchron bewegt.

Wer Ballett liebt, wird die Schönheit des Tanzes vermissen. Nur einmal entsteht (fast) ein klassisches Tanzduett, als Leonardo (großartiger Jorge Concepción Leal) seine Muse (Kate Farley) vom Seziertisch zurück ins Leben holt. „Da Vinci“ hält als ein exzellentes Glanzstück der teils geradezu artistisch erfundenen Präzision sein Publikum im Bann. So gibt es am Ende des Staunens zur Premiere in der Kammerbühne lang anhaltenden Beifall für die 13 Tänzerinnen und Tänzer. Weitere (auserkaufte) Aufführungen folgen am 30.5., 14. und 15.6. sowie am Donnerstag, den 9. Juli. Hnr.

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