
Foto: Marlies Kross
Anmerkungen zu Kleists „Michael Kohlhaas“ in der Inszenierung von M. Peters in der Kammerbühne.
Cottbus (h.). Nichts hat sich seit Heinrich von Kleist, der auch nahe Cottbus (in Gulben) zuhause war, geändert. Recht und Gerechtigkeit, das gibt jeder Jurist verlegen drucksend zu, haben wenig miteinander zu tun. Fatal bleibt, dass sich dennoch ein Volksglaube hält, Recht sei gerecht. Kleist führte 1810 seinen Michael Kohlhaas vor. Die Novelle erzählt von einem Pferdehändler, dem seine Gäule verdorben werden, wofür er vergebens Entschädigung fordert. Nur drei Schauspieler und kein einziges Pferd braucht Moritz Peters, um den fatalen Kern des Geschehens zu suchen. Der Regisseur, 1981 in den USA geboren und in Frankfurt/Main zum Schauspieler ausgebildet, bringt eine dichte, rasante Spielweise auf die Bühne. Kleists Sprache jagt peitschend durch die Kammerbühne. Mit einer hier fesselnd agierenden Kristin Muthwill, dem präzise formulierenden Michael von Bennigsen und dem hier erstmals auftretenden Mathias Kopetzki stehen drei gleichermaßen starke Darsteller in der Szene, graublau und verwechselbar im roten Irrgarten, den Lisa Marie Wehrle (Bühne und Kostüme) mit Sprechbildern umgeben hat. Bei allen Stilsprüngen bleibt die Geschichte immer noch Kleist – ein Volltreffer in unserer Gegenwart.
Es gibt viel Beifall für allerbestes Theater. Nächste Vorstellungen sind am 15. und am 24. Juni.
