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Berliner Straße mit vielen Geschäften

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Viele Leser erkannten das gesuchte Motiv: die Berliner Straße auf Höhe der Post

Leser erinnern sich hier auch an Gröger´s Eisdiele

Viele Leser haben die Antwort zu unserem Rätselbild der vergangenen Woche gewusst. Dazu gehört auch Roland Ruppe. Er schreibt uns eine E-Mail mit der untenstehenden Aufnahme: „Liebe Redaktionsmitarbeiter! Das Foto könnte fast am gleichen Tag entstanden sein, wie das in der vorherigen Ausgabe der Zeitung. Es handelt sich um das Areal gegenüber der Post, mit der Berliner Straße und linksseitig mit der Einmündung zur Poststraße. Am rechten unteren Bildrand ist der Teil einer Rabatte zu erkennen, welche erst mit dem Bau der Wohnblöcke rechts neben der Post angelegt wurde und wo heute ein Radweg verläuft. Dieser Plattenbau war auf dem vergangenen Rätselfoto bereits erkennbar. Als Kind der 60´er Jahre erinnere ich mich noch daran, dass ungefähr an der Position des Fotografen vor Errichtung der Plattenbauten einmal Gröger´s Eisdiele gestanden hat. Der Blick richtet sich unter anderem auf den in der vergangenen Woche von M. Meier bereits erwähnten ‘Scherbelladen’ im Eckhaus linksseitig der Poststraße. Damals war für mich das Angebot im Spielzeugladen Poststraße natürlich immer interessanter als die Dinge, welche im Kunstgewerbeladen im gleichen Gebäudekomplex erhältlich waren. Neben der Firma Hammer in der Beethovenstraße war dort nämlich auch eine schöne Auswahl an Modellbahnartikeln erhältlich. Weiterhin waren innerhalb der abgebildeten Häuserzeile gleich zwei Fotografen ansässig. Am linken Bildrand ist gerade noch das Geschäft von Foto-Scheppan erkennbar. In einem Obergeschoss des Hauses gegenüber der Post hatte Foto Michael sein Atelier. Im Parterre des gleichen Hauses gab es einen Laden mit Stoffen und Kurzwaren, an dessen Inhaberin ich mich allerdings nicht mehr erinnere. Dieses aber umso besser an zwei weitere Geschäfte. Im rechtsseitigen Eckhaus an der Poststraße hatte bis in die 70´-er Jahre ein Büro des Kohlehandels, in welchem unsere damaligen Nachbarin Frau Kaltschmidt arbeitete, seinen Sitz. Und natürlich die Eisdiele am Eingang zur Mittelstraße auf der rechten Seite des Rätselfotos. Ob es die dahinter gelegene Schlosserei Kleemann zum Entstehungszeitpunkt des Fotos dort noch gab, weiß ich nicht. Leider musste mit dieser Häuserzeile einer der letzten Teile der Vorkriegsbebauung dem sozialistischen Wohnungsbauprogramm weichen. Anbei übersende ich ein von mir selbst geschossenes Foto vom Abrissszenario gegenüber des Forster Postgebäudes.“
Auch Gabriele Frers erkannte das gesuchte Motiv. Sie mailte uns: „Zu sehen ist die östliche Seite der Berliner Straße auf Höhe der Post. Es war das tägliche Bild, welches sich mir bot, wenn ich als Tochter einer Postbeamtenfamilie mein zuhause verließ. Das Bild muss aus der Zeit Ende der 60-er bzw. Anfang der 70-er
Jahre stammen. Im ersten Haus nach der Poststraße, die im Bild nach links abbiegt, war u.a. eine Kohlehandlung drin. Daneben befand sich das Reformhaus, wo Frau Moritz die Leiterin war. Neben dem Reformhaus schloss sich ein Frisörladen der PGH CHIC an. Anschließend war der Hauseingang wo es zu FOTO Michael und dem Zahnarzt Dr. Schmidt ging. Beim Hauseingang waren regelmäßig auch aktuelle Fotos etwa von Hochzeiten ausgestellt.
Anschließend an den Hauseingang folgte ein Laden in denen man Garne, kleinteilige Textilien und Pullover kaufen konnte. Wenn mich nicht alles irrt, hießen die Geschäftsinhaber Seichter. Dann kam ein Durchgang für Fußgänger. Ich nutzte ihn regelmäßig für den Weg zur Goethe-Schule. Nach dem Durchgang schlossen sich, wenn meine Erinnerungen richtig sind, noch zwei kleine Läden an. Im ersten waren u. a. Radios ausgestellt beziehungsweise ein Süßwarenladen befand sich auch einmal dort. Im zweiten Laden konnten Lebensmittel eingekauft werden. In der anschließenden italienischen Eisdiele gab es lecker Eis. Das Haus, was man auf dem Bild nach der Eisdiele nicht mehr sieht, gehörte dem Schmiedemeister Kleemann.
H.G. Schulz weiß: „Das zuletzt gezeigte Bild ist eine Ergänzung des zuvor veröffentlichten. Man erkennt die Ecke Berliner Straße zur Poststraße. Da zu den Geschäften schon ausgiebig geschrieben wurde, möchte ich einige Bemerkungen zu der Zeit vor dem Kriegsende machen. In dem Eckhaus hatte mein Onkel, Oskar Thiele seinerzeit einen Kolonialwarenladen, d.h. ein Lebensmittelgeschäft. Nebenan in der Poststraße befand sich Radio-Olbricht, in dem der spätere PGH Vorsitzende Werner Kahle in die Lehre ging. Auf der anderen Seite der Berliner Straße in Richtung Bahnübergang gab es unter anderem die Geschäftselle des Forster Tageblattes. Die Verteilung erfolgte täglich druckfrisch bis 16 Uhr an die Lebensmittelhändler in Forst, von wo die Abonnenten sich ein Exemplar abholten. Es gab also keine Zustellung über den Postboten oder anderen Überbringer. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich bei Herrn Grabke für die historischen Fotos zu bedanken und mich würde interessieren, ob er ein Enkel bzw. ein Nachfahre des einstigen Kaufhausbesitzers Grabke ist?“
Ein gerahmtes Foto gewonnen hat Gabriele Frers.
Herzlichen Glückwunsch!

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