
Nur wenige Leser konnten diesmal mit eigenen Erinnerungen aufwarten. Georg Müller schrieb: „Ein kleines Bild von Damals war’s mit großer Symbolik für Cottbus, für die Niederlausitz. Es waren nicht nur die Spreewälder Gurken, die diese Landschaft bekannt machten, es waren auch Tuche und Teppiche. Im Bild sehen wir das Teppichknüpfen an einem Knüpfstuhl, oben das Grundgewebe, auf das die beiden Arbeiterinnen mit Nadeln sehr dicht nebeneinander Fadenschlingen einbringen und anschließend aufschneiden. Theodor Kühn, der 1861 die Teppichindustrie in der Stadt begründete, hätte wohl seine wahre Freude daran gehabt; vollzog sich doch im 19. Jahrhundert auf dem Gebiet der Cottbuser Textilindustrie eine bemerkenswerte Entwicklung: Von 1860 noch fast 2000 stieg die Zahl der Arbeiter dieses aufstrebenden Industriezweiges auf fast 6000 im Jahre 1890, und die Chronik berichtet, dass eine Cottbuser Firma bereits anno 1874 Orient-Teppiche sogar für den Thronsaal des japanischen Kaisers geknüpft hatte, 150 Meter im Quadrat und 12 1/2 Zentner schwer.“
