
Philatelisten trafen sich in Cottbus / Zu DDR-Zeiten ein Sehnsuchts-Hobby:
Unter unseren Lesern sind viele (ehemalige) Briefmarkensammler. Auch Michael Kordon aus der Cottbuser Hans-Sachs-Straße gehört dazu: „Eigentlich konnte so ein bedeutendes Ereignis nur in der größten der Städte begangen werden. Heute fristet die ‘prepaid Bezahlung bei dinglichem Versand’ nur noch ein Schattendasein für allerlei Rechnungen. Wir alten Sammler von damals wissen nun, dass Marken nicht mal zum Heizen taugen. Aber schön sind sie doch.“
„Im Bild sehen wir die offizielle Ausstellungs-Postkarte“, schreibt Jens Pumpa aus der Rostocker Straße. „Die Ausstellung fand vom 2. bis 13. April 1925 in Kottbus statt, damals noch mit ‘K’ geschrieben.“ Diese offizielle Karte ist heute noch weit verbreitet unter Sammlern. Klaus Reiter schickt uns folglich auch die Rückansicht des Dokuments. Herbert Ramoth beschreibt: „Das Bild zeigt die Bayerneinser-Sachsendreier-Postkarte in hervorragender Motivbearbeitung. Der Protektor der Veranstaltung war Prinz Eitel-Friedrich von Preußen, der Veranstalter war der Niederlausitzer Briefmarkenbund e. V. mit Sitz in Neukölln.“
Wolfgang Schmidt hat Wikipedia aufgerufen und herausgefunden: „Am 15. November vor 165 Jahren wurden im Postamt Cottbus erste Briefmarken verkauft. Sie zeigten das Bild von König Friedrich Wilhelm IV. Cottbus erhielt den Entwertungsstempel 270 und war eine von 26 Städten mit der Stempelfarbe rot. 1824 hatte es schon einen ersten Briefkasten im Posthause gegeben.“ Jens Martin erinnert: „Es gab auch in den 70er und 80er-Jahren regelmäßig Briefmarkenausstellungen in Cottbus. Briefmarken waren (und sind) grafische Kleinkunstwerke und auch für Nicht-Sammler sehenswert. Zu DDR-Zeiten stillten sie ein wenig die Sehnsucht nach fernen Ländern. Wer hoffte, Werte anzulegen, sah sich mit seiner schönen Sammlung nach der Wende enttäuscht.“
Danke allen Einsendern. Den „Damals war’s“-Kalender gewinnt Waltraut Messer in Burg.
