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Damals war’s: Im Reuthener Schlosspark gab es ein Mausoleum

Mausoleum in Reuthen
Mausoleum in Reuthen

„Die Schulklasse befindet sich im Reuthener Schlosspark vor dem ehemaligen Mausoleum“, schreibt schreibt uns Ralf-Dieter Drews. „Dieses war für ländliche Verhältnisse ein gewaltiger Kuppelbau mit hohen Säulen, teilweise aus Marmor und einer großen zum Eingang hinauf führenden Freitreppe.
Das Mausoleum wurde im Auftrag des ehemaligen Rittergutsbesitzers Hermann Killisch von Horn in der Zeit von 1883 bis 1887 erbaut. Zu seiner eigentlich gedachten Funktion als Toten- oder Trauerhalle wurde es jedoch später nie genutzt.
Den Zweiten Weltkrieg überstand dieser prächtige Bau in großen Teilen unversehrt, die nachfolgende Zeit leider nicht.“
Rüdiger Budek aus Hornow ergänzt: „Noch heute sind die Grundmauern und Teile des einst prachtvollen Baus zu sehen, erst vor kurzem wurde das Gelände entkrautet. Es war ein sakraler Rechteckbau von unglaublicher Schönheit, der dem gesamten Areal mit den anderen Gebäuden und vor allem dem Park die Krobe aufsetzte. Und deshalb war der Ort sehr beliebt als Ausflugsziel. Sicher auch, weil es hier reichlich Blaubeeren und Heidekraut gibt, das die Kinder auf dem Foto sicher in den Händen halten. Die Stufen des eigentlich als Familiengruft der Berliner Familie Killisch von Horn gedachten Mausoleums hinauf waren aus bestem Granit gefertigt. An beiden Seiten vor den tiefroten Marmorsäulen, die mit 10-Spännern einzeln aus Italien angeliefert wurden und nur von drei Männern umfasst werden konnten, säumten Feuerschalen auf Sandsteinsäulen. Auf der Eingangsebene befanden sich zwei vermeintliche Bänke, die aber für Kränze und Gebinde gedacht waren. Die massive Eichentür maß vier Meter Höhe und war allein schon ein Kunstwerk. Der Bau war außen prächtiger als innen. Heller Sandstein und feine dunkelrote Klinker wechselten sich ab. Das Dach war begehbar. Die jungen Frauen konnten sich dort ungestört sonnenbaden, erzählte mir meine Großmutter, die hier bis 1945 als Gutverwalterin tätig war. Dieses Dachgeschoss wurde von zwölf Säulen gestützt und bot einen halbrunden Säulengang. Auf dem begehbaren Dach befand sich eine Kupferkuppel auf einem Sandstein-Kranz mit Bullaugen. Über allem leuchtete ein Kreuz.
Der Innenraum war eher schlicht gestaltet. Aber architektonisch eine Meisterleistung. So war der Keller aus drei Gewölben geformt. Hier sollten eigentlich die Familienmitglieder beigesetzt werden. Doch dazu kam es nicht.
Wie massiv und gut das Haus gebaut war, zeigt die nötigen Anstrengungen bei der Zerstörung, die auf Druck der Kreis- und Bezirksleitung schließlich zähneknirschend vom Gemeinderat beschlossen werden musste. Denn Der Bau war keinesfalls baufällig, wie vorgegeben. Es war ein Sonnabend – bei uns zuhause gab es immer samstags Hefeklöße mit Blaubeeren – als die Sirene aufheulte und ein lauter Knall die Reuthener aufschrecken ließ. Doch die erste Sprengung hob das Mausoleum nur kurz an nichts passierte. Insgesamt waren drei Sprengungen nötig, trotzdem stehen heute noch die Grundmauern. Den Marmor und die Granittreppen holte sich vor allem der Steinmetz für Grabsteine. Die Klinker, die sich viele für weitere Baumaßnahmen erhofften, waren jedoch so gut gemauert, dass nur sehr wenige genutzt werden konnten.“

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