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Ein Stück der alten Einkaufsmeile in Spremberg

Nicht nur Spremberger erinnern sich an die Berg-Drogerie und Nachbarn.

Ein Stück der Langen Straße in Spremberg

H.-J. Klammer aus Gotha sieht in seiner Heimatstadt „die Lange Straße / Ecke Amaliengasse. Das war mal die Drogerie Polske. In dem anderen Eckgebäude war das Textilgeschäft der Familie Tillack, mit deren Tochter ich in einer Schulklasse war. Links neben der Drogerie war ein Gemüsegeschäft und danach der Konsum für Lebensmittel. 1963 habe ich auf der Leipziger Messe die erste automatische Practika gesehen mit elektrischem Aufzug und Filmtransport. Da ich mit dem ‘Turex’, einem Sonderzug mit Schlaf-, Speise- und Salongwagen eine Tschecheslowakei-Rundfahrt machen wollte, war ich an dem Fotoapparat interessiert. Herr Polske hat mir dieses Gerät beschafft, das ich bis heute habe. Und es funktioniert immer noch“.

Der Spremberger Manfred Gnida beschreibt: „Ein kleiner Ausschnitt der Langen Straße. Sie beginnt am Markt und endet nach ca. 340 m kurz vor der Langen Brücke an der Johannisgasse. Früher Cottbuser Gasse, später Lange Gasse genannt, führt sie seit 1864 den Namen Lange Straße und ist beliebte Einkaufsmeile. Die Aufnahme könnte Anfang der 80er Jahre entstanden sein. Der Ausschnitt beginnt an der Amaliengasse und endet an der Schulgasse. Die Berg-Drogerie sowie die zwei Folgebauten gehören zur Stadtgeschichte. Kurt Polske, 1920 in Gassen, heute Polen, geboren, kam 1945 nach Spremberg und eröffnete 1946 ein Geschäft mit Drogerie-Artikeln auf dem Georgenberg und verlegte es später in das schöne Giebelhaus, worin vor dem Krieg das Süßwarengeschäft ‘Cosa’ und nach dem Krieg Herr Bierhold mit einer Kartoffelbäckerei und wohlschmeckenden Kartoffelpuffern bekannt waren. Da Polskes Geschäft zuvor auf dem Berg war, entand der Name Berg-Drogerie. Bekannt war einst das Kolonial- und Gemüsegeschäft von Frau Schiemenz. 1981 erfolgte der Abriss dieser Gebäude. Lehrlinge des Kreisbaubetriebes raliesierten um 1981-1985 den Neubau für den Konsumfachhandel. Nach der Wende löste sich der Konsum auf und Alfred Kosel übrnahm 1993 die private Führung, welche nun der Sohn als ‘Kosels Moderne Hauswirtschaft’ fortsetzt. Es schließen sich die Geschäfte Elektro-Noack, später Behla, und die Weinhandlung Berthold Gäßner an. Es folgt im Bild noch ein Ladengeschäft das unterschiedliche Nutzer hatte.“ .

Eberhard Witzke aus der Calauer Straße in Cottbus meldet: „Wir sehen die Berg-Drogerie von ehemals Kurt Polske. Etwa 1980 erfolgte der Abriss alter Gebäude. Diese wurden 1981-85 durch einen Neubau mit teilweise historischen Giebeln ersetzt.“
Hanns-Ulrich Polske und Marianne Urban aus Spremberg schreiben: „Wir sehen hier die Lange Straße. Damals gab es noch viele kleine Läden mit erstaunlichem Angebot. Unser Vater, Kurt Polske, hatte hier ab den frühen 50er Jahren bis Anfang 1980 eine ‘richtige Drogerie’ mit solchen Erzeugnissen wie Waschpulver, Seife, Fleckenwasser, vielen Tees, Kosmetika bis hin zu Fotoarbeiten und Weihnachten reichlich Christbaumschmuck und später sogar Liköressenzen. Dies war die stadtbekannte Berg-Drogerie. Lang, lang ist’s her!“

Die Lange Straße beginnt heutzutage rechts vom Markt mit Neubauten, aber auch Geschäft an Geschäft… Foto:CGA-Archiv

Frank Irmer aus Cottbus meint: „Diese Aufnahme könnte etwa Anfang der 80er Jahre oder davor entstanden sein, besonders wegen der bestehenden Altbausubstanz. Rechts neben der Nr. 6 zweigt die Amaliengasse mit Durchgang zum Kirchplatz ab.“ Der Cottbuser Klaus Reiter ist erfreut: „Wir sind wieder mal in meiner zweiten Heimat, in Spremberg, vorn rechts die Amaliengasse und die Drogerie Kurt Polske. In Spremberg gab es viele Drogerien: die Adler-Drogerie (Bogenstr.), Kreuzdrogerie (Markt), Stern-Drogerie (Lange Str.), Schneider-Drogerie (Dresdener Str.), Löwen-Drogerie (Bautzene Str.). Neben der Berg-Drogerie wurden Häuser abgerissen und es entstand ein Wohn- und Geschäftskomplex-Neubau.“

Heinz Bahrke aus Cottbus-Branitz erinnert sich: „ In der Berg-Drogerie gab es Essenzen zu kaufen, mit denen man schnöden ‘Bergmannschnaps’ zu feinem Likör veredeln konnte.“ Ekkehard Schicketanz vom Spremberger Kollerberg erinnert sich an die KONSUM-Verkaufsstelle 100 (heut Haushaltwaren Kohsel). „Dort hatte ich als Werbegestalter ab und an die Schaufenster zu gestalten. Nebenan war Elektro-Noack (heute Bela), dann Weinhandlung Gässner und Uhrmacher Schwarz.“

Werner Kadach aus Spremberg ergänzt : „Die Berg-Drogerie wurde von Kurt Polske geführt.Er hatte auf dem Georgenberg noch eine Filiale. Gleich nach dem Krieg bot Walter Bierhold hier Heißgetränke und Kartoffelplinse an, bis er das Café Bierhold an der Ecke Mühlenstraße einrichtete. Nebenan war das Lebensmittelgeschäft Scholta. Dort gab es Brot der Bäckerei Jäckel aus Groß Liuja. Im folgenden Haus betrieb der Konsum ein großes Geschäft für Lebensmittel, Fleisch und Wurst sowie Fisch. Es war eine Lehrverkaufsstelle. Dann folgt das Haus von Elektromeister Noack. Im Laden gab es links Elektroartikel, rechts war das Kurzwarengeschäft Rühmenap. Es folgt die Weinhandlung Gäßner. Dann schloss sich die Fleischerei Kretschmar an, vor dem Krieg die umsatzstärkste Fleischerei in Spremberg; sie wurde gleich nach dem Krieg enteignet.“

 

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