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Forst: Blick auf die Cottbuser Straße

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Promenade mit Blick auf die Cottbuser Straße

Annerose Pohl erkannte sofort ihr „Elternhaus in der Cottbuser Straße 10. Das Haus gehörte meinem Großvater mit der Fleischerein ‘Gischke’ im Erdgeschoss. Nach der Fleischerei war dort ein Milchgeschäft drinnen, dann wurde es umfunktioniert zum Standesamt.“ Das wussten auch Rosemarie Richter, Gerda Henschel, Frau Wendt und Johanna Hähnel. Gerda Henschel erinnert sich: „Wir sind mit der Milchkanne hingegangen und die Verkäuferin hat mit einem Litermaß und Schwung aus einem großen Bottich uns die Milch eingefüllt. Später gab es dann Halbliterflaschan mit Alu-Deckel. Rechts neben dem Milchladen war der Schreibwarenladen ‘Wernsdorf’, dann ein kleines Unterwäschegeschäft, noch ein Papierladen, dann das kleine Uhren- und Schmuckgeschäft von Walter Renner. Wo heute das Kaufland ist, war ein Obst- und Gemüsegeschäft, genannt GHG.“ Weiter Johanna Hähnel: „Ganz rechts neben dem Hauseingang war das Optikgeschäft von Herrn Mathies. Nun befinden sich hier Büroräume der Stadtverwaltung, das Haus gehört zum Rathaus. Annerose Pohle führt fort: „Rechts neben der Eingangstür war der Zigarrenladen von Förster, dann kam eine Bücherei von Tischendorf. In der ersten Etage befand sich die Zahnarztpraxis von Dr. Fengler. Im Turm war die erste Wohnung meiner Cousine, deren Eltern auch in dem Haus wohnten. Desweiteren ist die Uferstraße zu sehen. Auf der linken Seite das ehemalige Modegeschäft ‘Levi’. Danach kommt die Wasserstraße mit der ehemaligen Synagoge, die zur Bibliothek wurde.“ Annerose Pohle: „An der Ecke der Promendae Cottbuser Straße war ein HO-Geschäft, dann kam der Frieseur ‘Urban’, später konnte man dort seine seidenen Strümpfe zum Maschenaufnehmen abgeben. Heute ist hier Tako. Auf der Ecke befand sich die Glaserei ‘Weberbauer’.“
Rosemarie Richter erinnert sich: „Wo sich später die Dienstleistung und der HO befand, waren früher 1 Hut-Geschäft, 1 Friseur Urban und vorn ein Lebensmittelladen.“ Johanna Hänel setzt fort: „Im Haus links der Uferstraße war vor dem Krieg ein Bekleidungsgeschäft bzw. ein Kaufhaus. Nach dem Krieg befand sich dort viele Jahre die Krankenkasse in den unteren Räumen.
Rosemaie Richter: „Vorn auf der linken Seite war eine Versicherung – heute ein Neubau mit Cafe und Restaurant. Links die zwei Kastanien stehen heute noch in voller Pracht. Wenn die erzählen könnten.“ Thomas Methe ergämzt: „Vorn links das Gebäude, das war ganz früher so um 1910 die Firma Louis Harris mit ihren Ausstellungsräumen und ihrem Geschäftshaus zu beiden Seiten der Cottbuser Straße.“ Annerose Pohle: „ Das Bild könnteAnfang der 60er oder Ende der 50er Jahre aufgenommen worden sein.“ Das vemutet auch Gerda Henschel. Weiter Annerose Pohle: „Die Promenade war ein beliebter Spielplatz für uns Kinder. Auf der rechten Seite stand die Schlosserei ‘Bertram’, dann ein Gemüsegeschäft von ‘Handreke’, die hatten einen herrlichen Nußbaum von dem wir uns gerne bedienten.“ Rosemarie Richter schrieb uns: „Mein Mann ist 1936 genau auf dem Promenadenplatz geborenworden und hat dort auch gewohnt. 1940 sind sie in diese Straße, eben Promenade gezogen, dort haben sie 25 Jahre (bis 1965) in der 1. Etage gewohnt mit den Eltern und Geschwistern. 1969 bin ich nach Forst gekommen und habe mit 2 Kindern die ganze obere Etage bewohnt. 1975 sind wir zum Markt in einen Neubau gezogen. Also hat mein Mann in dieser Straße seine ganze Kindheit verbracht.
Johanna Hähnel zum jetzigen Stand: „Heute ist ein schöner Häuserkomplex auf diesem Areal entstanden. Die kleine Grünanlage wurde umgestaltet, mit Bänken und einem Sprudelstein. Es freut mich, dass die beiden Kastanien bei der Umgestaltung erhalten geblieben sind.“

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