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Forst die „ausgesprochene Fabrikstadt“

Forst war eine der produktivsten Textilstädte im deutschen Osten.

Die Schlote gehören zu Forst, dem Lausitzer Manchester.

Auch diesmal haben unsere Leser eifrig ihre – meist richtigen – Tipps abgegeben. Zu Detailaussagen aber reichte es kaum. Zu weit zurück lag die Zeit der Aufnahme. Rainer Wollmann vom Tannenweg aus Kolkwitz-Hänchen erklärt: „Forst wurde vor dem Krieg die Stadt der Schornsteine genannt, denn die vielen Forster mussten die notwendige Energie selber erzeugen und benötigten dazu 129 Schornsteine. Von den vielen Schornsteinen sind kaum noch einige vorhanden, denn die Tuchindustrie ist nach der Wende total eingebrochen. Die Nicolai Kirche hat den Krieg überstanden und erstrahlt heute im alten Glanz.“

Elke Dietze aus der Pestalozzistraße in Cottbus ergänzt: „Obwohl ich die hier abgebildeten Fabrikgebäude der Tuchindustrie nie gesehen habe, glaube ich, dass es sich um die Schornsteine der Stadt Forst handelt. Um 1939 erlebte die Forster Tuchindustrie ihren Höhepunkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1990 blieb die Tuchfabrikation ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor in Forst.“

„Forst ohne Kirche zu erkennen ist gar nicht so einfach“, findet Frank Irmer aus der Cottbuser Philipp-Melanchthon-Straße. Weiter erklärt er: „Wir blicken in Richtung Norden über das auch als ‘deutsches Manchester’ bezeichnete Forst. Auffällig das links in der Mitte mit zehn Fensterachsen und rechtsseitigem Anbau zu sehende Haus. Es stand auf dem Lindenplatz und ist auch dem Weltkrieg zum Opfer gefallen. Die Schornsteine künden von der Industrialisierung der Neiße-Stadt und anderen brandenburgischen Städten. Forst war wohl die wichtigste der Textilstädte.“

S. Sachse mailt: „Das Bild bekräftigt Werner Köhlers Beobachtung in seinen ‘Brandenburgischen Fahrten’ (Band Niederlausitz, 1923). Er spürt Kulturschätzen nach und hat für Forst nur wenige Zeilen: ‘Forst ist eine ausgesprochene Fabrikstadt mit großer Tucherzeugung. Kreuz und quer laufen Schienen einer Gütereisenbahn durch die Straßen. An Denkmälern der Vergangenheit ist die Stadt arm, die Kirche ist einfach und das ehemalige Schloss schon im 18. Jahrhundert zur Tuchfabrik umgewandelt worden.’Der Autor fand ein kleines Heimatmuseum und ein Gasthaus am Markt mit einer ‘reichen Sammlung älteren Hausrats’. Den Rosengarten muss es auch schon gegeben haben, aber sein Ruf verbreitete sich wohl erst später weit über die Stadtgrenzen.“

E.Schrecker mailt: „Würde ich den Kirchturm sehen, dächte ich, es wäre Forst, aber so kann es durchaus auch Sorau sein.“ Das ist dann nur knapp daneben. Trotzdem Ihnen und allen anderen Einsendern auch diesmal herzlichen Dank für das Interesse.

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