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Forster Hotelier galt damals als der „stärkste Mann der Welt“!

Mühlenstein auf dem kleinen Finger.

Der Marktplatz in Forst.

Arno Schulz aus Guben: Abgebildet ist der Marktplatz von Forst, den es in heutiger Form nicht mehr gibt. Im Wahnsinn des Krieges wurden auch diese Gebäude durch Bombardierung zerstört. Das Bild muss so Ende der 30er Jahre entstanden sein, was ich aus der Form der parkenden PKW entnehme. Ich selbst konnte diesen Platz so nicht mehr kennenlernen, da er 1945 zerstört wurde.“

Frank Irmer aus der Cottbuser Philipp-Melanchthon-Straße erklärt: „Wir sind im alten Forschte auf dem Markt zur Vorkriegszeit. Geradezu schauen wir auf die Westseite. Linker Hand (nicht sichtbar) steht die Stadtkirche Sankt Nikolei und rechts die nicht mehr vorhandene Nordseite. Es zeigt eine Zeit in der viele Geschäfte, Lokale und Hotels den Platz dominierten. Auch die Auto-Mobilität ist fortgeschritten und schon reglementiert. In den 30ern des vorigen Jahrhunderts gab es auf der Südseite der Kirche schon einen Taxistand. Das linke Haus an der Ecke zur Cottbuser Straße auf der Westseite steht noch, hat heute eine eher schmucklose Fassade. Hinter der rechten Häuserfront biegt die Lindenstraße ab.“

„Kein unbekanntes Bild“, findet auch Klaus Reiter aus Cottbus, „Wir sind auf dem Marktplatz in Forst und schauen in die Westrichtung. Rechts standen die zwei größten Hotels; eins war Hotel ‘Pitius’, Nr. 3, und das dem Besitzer Emil Borchardt gehörenden Hotel ‘Mohrs’ war Nr. 4. Borchardt wurde 1858 geboren und war 1892 ‘Stärkster Mann der Welt’. Er hatte ein Mühlenstein mit einem Finger vom Boden 60 cm angehoben. Der Oberarm hatte einen Umfang von 53 cm. In diesem Haus waren auch die Dresdener Bank und das Zigarrengeschäft Löser & Wolf. Auf der linken Seite steht die St. Nikolai Stadtkirche, die 1470 errichtet wurde. Auf dem Bild hinten, rechte Seite, geht die Lindenstraße rein. Dort stand das Kaufhaus ‘Mund’, vorher ‘Löwenstein’. Auf dem Bild hinter uns stand das alte Rathaus. Leider ist durch den Krieg fast alles zerstört worden.“

Jens Pumpa aus der Rostocker Straße in Cottbus ergänzt: „Das niedrigere Haus geradezu war die ‘Adler Apotheke’, Markt 19. Rechts vom Markt geht die Lindenstraße ab. An der Ecke Markt/Lindenstraße befand sich das Kaufhaus ‘Loewenstein’. Das beliebte Kaufhaus Loewenstein war einst ein kleineres Gebäude, das später aufgestockt wurde. Loewenstein war Jude und durch Naziverfügung erging 1938/39 der Besitz Loewenstein an Erich Mundt.“ Vielen Dank für alle Informationen.

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