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Guben: „Das Mädchen, das bin doch ich“

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Gesucht war diesmal der Übergangsbereich Frankfurter Straße/Berliner Straße im Zentrum von Guben

Leser erinnern sich an ihre Erlebnisse in der Frankfurter Straße in Guben:
Zum Rätselbild der vergangenen Woche haben uns wieder mehrere Zuschriften erreicht. Beispielsweise von Thomas Worbs aus Guben. Er schreibt: „Zu sehen ist hier die Frankfurter Straße. Links der große Bau steht heute noch. Oben drin befinden sich Arztpraxen, und unten ist die Stadtapotheke zu finden. Daneben befindet sich das Zentral-Kaufhaus. Zu DDR-Zeiten gab es dort alles zu kaufen, was es eben so gab. Auch die Polizei gibt es ein Haus weiter noch heute an diesem Standort. Dahinter befindet sich eine kleine Villa, in der der Gubener Historiker Lutz Materne einst sein Büro hatte. Hinter der Villa das große Haus bezeichneten die Gubener als Treppchenladen. Drei Stufen ging es nämlich aufwärts. Zu kaufen gab es dort Waren des täglichen Bedarfs. Zu erinnern ist auch an den Kinderarzt Dr. Schurat. Hier mussten wir als Kinder zur Untersuchung hin. Auf der rechten Straßenseite gab es die Firma Stechlin. Das war ein Zigarren- und Zigarettenhandel. Zudem existierte dort das Gemüsegeschäft der Frau Hinzmann. Dahinter geht es in einer kleinen Gasse zur Egelneiße weiter. Bekannt war die Frankfurter Straße einst auch für die großen Rundstreckenrennen zu den Pfingstfesten. Berühmte Radrennfahrer wie beispielsweise Täve Schur waren dort zu sehen.“
Marlies Schulze aus der Neißestadt merkt an: „Ich war überrascht, als ich am Wochenende die Zeitung aufgeschlagen habe. ‚Das bin doch ich‘ habe ich gedacht, das kleine Mädchen rechts im Bildrand. Ich bin regelmäßig die Berliner Straße lang gelaufen. Meistens mit meiner Oma. Mit ihr bin ich regelmäßig zum Einkaufen gegangen. Sie hat wie meine anderen Verwandten nur eine Straße weiter in der Frankfurter gewohnt. Unser Weg führte uns in immer auch zu Fleischer Steinke. Hier habe ich immer eine Wurst bekommen. Ob das in dem Alter noch so war, weiß ich heute nicht mehr. Und auch an das Kaufhaus Central erinnere ich mich gut. Es war das einzige Kaufhaus in ganz Guben, und man hat hier quasi alles bekommen: Haushaltswaren, Stoffe, Bekleidung und Spielsachen. Die gab es immer ganz oben.“
Günther Lohse aus Guben glaubt, dass auf dem Foto eine benachbarte Straße zu sehen ist: „Das Bild wurde in der heutigen Berliner Straße aufgenommen. Zu jener Zeit hieß sie noch Wilhelm-Pieck-Straße. Sie war die erste in Guben, die nach der DDR-Gründung umbenannt wurde. In dem Fall nach dem ersten Präsidenten der damaligen DDR. Bei dem Aufnahmejahr von 1959 bin ich nicht sicher, ob das Bild nicht ein Jahr zuvor entstanden ist. Aus meinen Unterlagen geht nämlich hervor, dass das Kaufhaus ‚Central‘ 1958 umbenannt worden ist und zwar in ‚kontakt‘. Womöglich waren damals aber auch noch nicht die Gelder für das neue Werbeschild da.“
Arno Schulz aus der Neißestadt schreibt folgendes: „Die Straße kenne ich natürlich als alter Gubener sehr gut, es ist die damalige Wilhelm-Pieck-Straße, heute Berliner Straße Dort hatte ich von 1978 bis1994 meine Werkstatt. Auf der linken Seite, hinter der Apotheke, ist die Werbung des Konsum-Kaufhauses gut zu erkennen, welches sich in den Räumen der einstigen Dru-ckerei von Albert Koenig befand. Nach der Insolvenz kaufte ich 1994 Teile der Lagereinrichtung, die noch immer in unserem Lager gute Dienste leisten. Der auf der Straße fahrende Traktor ist ein ,Pionier’, der von 1949 bis 1958 in Zwickau beziehungsweise in Nordhausen gefertigt wurde. Ungewöhnlich war, dass er  mit Benzin gestartet und dann auf Diesel umgestellt wurde. Ich vermute, das Foto ist in den 1950er-Jahren entstanden. Die Laternen wurden zirka 1966-1968 ausgetauscht. Für ein kleines Päckchen Kaffee konnte ich davon eine Laterne, wenn auch nicht ganz legal, erwerben. Sie leuchtete noch bis kurz nach der Wende in meinem Garten.“
Frank Schulze aus Eisenhüttenstadt schreibt: „Es handelt sich um den Übergang von der Frankfurter zur Berliner Straße. Noch gut erinnere ich mich an das große Kaufhaus, in dem es selbst zu DDR-Zeiten eine ganze Menge zu kaufen gab. War damals eine schöne Zeit.“
Gewonnen hat dieses Mal Marlies Schulze aus Guben.
Herzlichen Glückwunsch!

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