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Guben: Musikzug durch die Lange Straße

Ein Musikzug durch die Lange Straße
Ein Musikzug durch die Lange Straße

Diesmal erhielten wir wieder interessante Zuschriften auf unser „Damals-war’s-Bild“:
Reiner Ladewig schrieb: „Die Lange Straße verband den Markt mit der Königsstraße, ebenso wie die Kurze Straße, welche beide mit der Promnitzgasse verbunden waren, im nördöstlichen Bereich des Stadtzentrums. In der Langen Straße brach am 16. September 1790 vermutlich im Anwesen des Seifensieders Kalisch ein Brand aus, der sich schnell ausbreitete und 234 Gebäude vernichtete. Etwa 200 Familien wurden damit obdachlos. Die Lange Straße wurde völlig zerstört, dazu noch große Teile der Kurzen Straße und der Königsstraße.
Das Gepräge der Stadt war eher kleinbürgerlich als repräsentativ. Kleine Geschäftsleute, Handwerker und Händler hatten hier ihre Läden und Werkstätten. Meine Mutter erinnerte sich an zwei Geschäfte, nämlich ‘Seifen-Ziesche’, der ein Kosmetikgeschäft mit Waschmittel und eine Seifenhandlung betrieb und auch fabrikmäßig diese Produkte herstellte. Gelegen gegenüber der Stadt- und Hauptkirche. Es gab noch viele Gewerbetreibende, wie aus dem Foto ersichtlich.
Der abgebildete Spielmannszug könnte der ‘Club der Musikfreunde 1911’ sein, wobei ich denke, dass das Foto um oder vor 1930 gemacht wurde. Von allem ist heute nichts mehr vorhanden, gegenüber der Kirche befindet sich jetzt ein Schreibwarengeschäft, ansonsten stehen dort ‘Altneubauten’.“
Bärbel Koschack teilt uns dazu eine andere Meinung aus ihrer Erinnerung mit: „Dieser Umzug kommt aus der Richtung Königsstraße die Lange Straße entlang. Im Vordergrund der Musikzug der Gewerkschaft, und im Hintergrund ist das Gewerkschaftshaus mit der großen Fahne – hier startete auch der Umzug, der auf dem Foto zu sehen ist.
Es ist das Haus Lange Straße 4. Das Gewerkschaftsfest fand jährlich statt, ein Höhepunkt der Gubener Arbeiterschaft. Der Umzug ging durch Gubens Straßen und endete an den alten Schießständen östlich vom Königspark. Sportliche und kulturelle Darbietungen für Jung und Alt wurden geboten. Speis’ und Trank fehlten natürlich auch nicht. Unsere Mutter erzählte uns immer von diesem Fest. Das Bild ist wahrscheinlich aus dem Jahr 1925.“

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