
Möglicherweise entstand die Aufnahme schon 1937 – so lassen wir A und B gelten
Zu den aufmerksamsten Begleitern unserer „Damals-war’s“-Reihe zählt in Senftenberg Matthias Gleisner, der sich mit seinem Internet-Projekt um die Heimatgeschichte außerordentlich verdient macht. Er erfasst und bearbeitet historische Ansichtskarten, bemüht sich, viele verlässliche Informationen zu den jeweiligen Karten und Motiven zu gewinnen, und stellt seine Erkenntnisse Interessierten gern zur Verfügung. Er schreibt diesmal: „Sie werden es nicht glauben, aber von den drei angebotenen Lösungen ist keine richtig! Innerhalb meines Projektes www.gruss-aus-senftenberg.de, bei dem es um die Sammlung historischer Ansichten aus Senftenberg und Umgebung geht, stellt die Datierung der jeweiligen Aufnahme eine der Hauptaufgaben dar. Für die abgebildete Ansicht der Bahnhofstraße schlägt momentan 1937 (d.h. 1937 oder früher, d.Red.) zu Buche – vorbehaltlich neuer Erkenntnisse. Ich verlasse mich dabei nicht auf einen einzigen Poststempel, sondern ziehe Vergleichsexemplare sowie anderweitiges stadtgeschichtliches Wissen zu Rate. Deshalb sind die Angaben auf meiner Internet-Seite auch ständigen Korrekturen unterworfen, da immer wieder neue Erkenntnisse gewonnen werden.“ Und er ergänzt: „Alle Senftenberger, die nicht vier Wochen warten möchten, um eine neue historische Ansicht im Märkischen Boten zu bestaunen, lade ich auf meine Internet-Seite ein. Dort erscheint täglich ein neues Motiv inklusive Hintergrundinformationen.“ Gern geben wir diesen Tipp weiter. Natürlich freuen wir uns außerdem, wenn Sie Ihre Geschichten zu unseren Bildern aufschreiben und sich Ihre Gewinnchancen wahren.Wir respektieren aber auch gern den „Fachmann“ und lassen also diesmal A und B als richtig gelten. Es haben sich unsere Leser tatsächlich fast zu gleichen Teilen für einen der Buchstaben entschieden. In jedem Falle stimmt, was Klaus Hirsch aus Großkoschen anmerkt: „Natürlich ist die Aufnahme nicht aktuell.“ Und weiter: „Gezeigt werden viele Geschäftshäuser mit Blick zur St.-Peter-und-Paul-Kirche, genannt auch Deutsche Kirche. Die Bahnhofstraße ist vollkommen neu gestaltet worden, z.B. mit Parkflächen für Autos und mit wunderschönen Blumenbeeten. Die alten Linden mussten weichen, dafür wurden neue Bäume gepflanzt.
Die markanteste Veränderung im Bild betrifft die Kirchturmspitze. Beim Beschuss durch die russische Armee wurde am 21.4.1945 die Kirche in Brand gesetzt. Nur das Mauerwerk und das Zellengewölbe hielten stand. Der Wiederaufbau dauerte viele Jahre. Die Spitze der Kirche ist heute in flacher Form errichtet.“ Und unser Leser erinnert an einen glücklichen Senftenberger Tag vor nun fast 55 Jahren: „Erst am 28.09.1958 erfolgte die Einweihung durch Generalsuperintendent Jakob aus Cottbus. Es waren etwa 5000 Besucher und Gäste anwesend. Die Kirche hat drei Glocken; an der größeren steht: ‘Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat’.” Holger Noack aus Neuhausen hat die Senftenberger Ausgabe im Eiscafé gelesen, schreibt er, und findet: „Wenn mir der Kirchturm nicht Zweifel gebracht hätte, glaubte ich sogar an ein Bild von nach 2000. So aber bin ich zur Straße gefahren und habe an dem Haus vorn links geparkt. Der flache Anbau sieht nicht mehr so elegant aus, ist aber noch da. Das andere auch alles. Eine schöne Straße!“ Walter Czarnecki (Jg. 1949) aus der Senftenberger Erich-Weinert-Straße gibt zu bedenken, dass er zu der Zeit noch nicht geboren war, „aber an Hand der Bäume muss es in den 20er-Jahren gewesen sein. – Gewonnen hat – mit Buchstabe B – H. Pomsel aus der Spremberger Straße in Senftenberg. Wir gratulieren ganz herzlich!
