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Spremberg: 1981 war Land unter

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Nasse Füße gab es 1981 nicht nur in der Poststraße

Häuser auf linken Seite der Poststraße wurden alle abgerissen
Horst Tenschert schreibt: „Das Bild entstand im Juli 1981 in der Pfortenstraße,vom Pfortenplatz in Richtung Poststraße und Strittmatter Promenade aufgenommen. Der Fotograf stand an dem Haus der Familie Heinze auf der rechten Seite. Die Häuser auf der linken Straßenseite wurden bis auf das Eckhaus an der Poststraße alle abgerissen. Das Eckhaus, bekannt als Weißes Elektrohaus, gehörte der Familie Zimmermann. Nach dem Krieg war es das erste HO Geschäft in Spremberg, später war es ein Textilgeschäft, das Sandmännchen und heute ein Tattoo-und Piercingstudio. Es entstand 1988 ein Gebäude was zur Post gehört und wo die kleinen Häuser vorn links stehen,wurde 1989 ein Wohnblock in Plattenbauweise erichtet. Alle tiefergelegenen Ortsteile von Spremberg standen unter Wasser.“
Dieter Herrmann weiß: „ Das Hochwasser auf dem Foto betraf den Straßenverlauf der Pfortenstraße von der Einmündung Burgstraße bis zur Poststraße. Gleichzeitig waren Flächen des Mühlenplatzes, des Areals um das Schloss sowie Gärten und Wiesen im Gebiet Unterslamen, Cantdorf und angrenzende Freiflächen der Bergstraße betroffen. Ich erinnere mich an einen gemessenen Pegel von 3,85 Metern im Raum Wilhelmstal. Die Feuerwehr, freiwillige Helfer und Brückenwachen waren im Dauereinsatz. Vom Hochwasser stark betroffen war auch das Gebiet Untercantdorf. Im Wohngebiet „Wiesental“ war es den Bürgern nur mit Booten möglich, ihre Grundstücke zu verlassen. Nach meinen Recherchen gab es neben 1981 auch noch in den Jahren 1897, 1900,1926 und 1930 Hochwasser. Um den Wasserstand der Spree zu regulieren, wurde von 1958 bis 1965 die Talsperre Spremberg gebaut. Der enorme Hochwasserstand aus dem Jahr 1981 erfolgte angeblich aufgrund eines Rückstaus der Spree. Das Gebäude auf dem Rätselfoto auf der rechten Seite gehörte der Familie Heinze. Dieses und die nachfolgenden Gebäude blieben von Kriegseinwirkungen verschont. Nicht erkennbar ist ein ehemaliges Fabrikgebäude der Familie Kossack, in dem Strickgarnwolle in den Nachkriegsjahren produziert wurde. Nach Auflösung des Werkes war hier viele Jahre die Niederlassung der Web- und Strickwaren ansässig. Das vorn erkennbare Haus der linken Häuserseite gehörte einer Familie Gäßner. Im Pultdachgebäude betrieb Willi Bergmann eine Autosattlerei. Das sich anschließende kleine Wohnhaus hatte einen halben Meter tiefer gelegenen Wohnbereich und so unterhalb des Bürgersteiges. Darin stand das Wasser enorm hoch. Die erwähnte Häuserzeile wurde bis auf das letzte Eckhaus abgerissen. Es entstand hier 1989 ein Plattenbau-Wohnblock.“

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