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Spremberg: VEB Sprela-Werke Spremberg

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Verwaltungsgebäude der VEB Sprela-Werke Spremberg

Aus der Leserpost können wir diesmal nur wenige Zuschriften veröffentlichen. Heinz Urbank schrieb: „Das neue Verwaltungsgebäude der VEB Sprela-Werke Spremberg wurde in den Jahren 1975 und 76 erbaut. Diese Aufnahme wurde im Winter 1978/79 aufgenommen. Ich selbst war von 1963 bis 1991 im Sprela-Werk Spremberg in der Invest-Abteilung und Aufbauleitung, verantwortlich für die Maschinentechnik, als Ingenieur beschäftigt. Bei vielen Importverhandlungen zum Kauf von hochmodernen Maschinenanlagen war ich dabei. Maschinentechnische Kaufgespräche wurden mit Firmen aus Österreich, England, Japan und der BRD geführt. Die besten Angebote kamen von den Maschinenbau-Firmen der BRD. Die VEB Sprela-Werke Spremberg hatten mit der Wende modernere Maschinen für die Herstellung von endlos gefertigten Oberflächen-Laminaten, als das Resopalwerk in Großumstadt.“
Den Zeitpunkt bestätigt uns auch der Fotograf der Aufnahme, Siegmar Kordian. Er erzählte uns: „Ich habe genau gegenüber dieses Hauses gewohnt, im Eisenbahnerhaus. Im Vordergrund ist meine Garage zu erkennen. Das Sprela-Verwaltungsgebäude wurde Ende der 60er-Jahre gebaut, direkt dahinter befanden sich die Produktionsstätten. Der Schriftzug wurde damals ganz neu angebracht.“
Der Begriff Resopal ist bereits seit 1930 gesetzlich geschützt. Es handelt sich um spezielle mit Kunstharz gebundene Schichtstoffplatten, die dann den DDR-Markennamen Sprelacart – zusammengesetzt aus Spremberg, Laminat und Carton – erhielten. Das Herstellungsverfahren dafür wurde 1919 in den Römmler-Werken entwickelt.. Als die Römmler-Werke in Spremberg im Zuge der Reparationsleistungen durch die Sowjetunion demontiert wurden, gründeten einige Mitarbeiter im hessischen Groß-Umstadt ein neues Unternehmen, das bald wieder „Resopal“ produzierte. Kriegsheimkehrer bauten auch in Spremberg wieder ein Werk auf. Sprelacart wird unter dem Markennamen SprelaCart heute in Spremberg von der SPRELA GmbH Spremberg gefertigt und dort unter anderem zu hitze- und chemikalienbeständigen, kratzfesten Küchenarbeitsplatten verarbeitet. Bekannt ist Sprelacart vor allem durch die in der DDR gefertigten Küchenmöbel und Schrankwände, die eine leichte und hygienische Reinigung der Oberflächen ermöglichte. Besonders in den Küchen-Zellen der Plattenbauten aus den 1950er- bis 1970er-Jahren wurden Einbaumöbel mit dieser Beschichtung in vielen Varianten eingesetzt.

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