
Der Wilhelmsplatz war leicht zu erkennen und weckte zahlreiche Erinnerungen. So erzählte Hermine Berger am Telefon: „Ich stehe genau in dem Haus, was auf dem Bild zu sehen ist, und zwar ganz oben unterm Dach hinter dem Fenster in der Mitte unter dem Erker. Ich bin hier geboren und habe natürlich eine besondere Beziehung zu dem Haus, das ich 2004 zurückgekauft habe. Da kann ich gut auf den ehemaligen Wilhelmsplatz schauen. Der Park war da, wo heute die Laternen stehen und schon immer durch eine Straße geteilt. Der Baumbestand ist natürlich jetzt nicht mehr da, weil am 16. April 1945 mehrere Bomben in den Park eingeschlagen sind. Aber für mich ist schön, dass ich am heutigen Engels-Platz wohne.“
Unsere Frage beantwortete Gisela Mildner: „Was fehlt ist der jetzige Busbahnhof. In den 50er-Jahren verweilte ich oft mitmeiner Tochter und Kinderwagen auf den Bänken. Die Grünanlage ist eine bleibende Erinnerung.“ Zur Zerstörung ergänzt Hans-Joachim Nevoigt: „Der Platz wurde in den Apriltagen 1945 Opfer der ständigen Fliegerangriffe auf die Tuchfabriken. Der Platz war mit Kratern übersät. Nach dem Krieg wurde er wieder hergerichtet, aber nicht mehr so schön wie vorher. Als der Busverkehr immer mehr zunahm, wählte man die Hälfte der Anlage aus, errichtet einen Flachbau für Fahrkarten, Toiletten, Kiosk, Auskunft, Aufenthaltsraum. Als Wetterschutz wurde der Platz überdacht. Übergeben wurde er 1966, 1988 überdacht.“ Zum Springbrunnen schreibt Dieter Herrmann ausführlich: „Sein Sockel als Oktaeder gestaltet, seine trichterförmige Wasserschale, der Säule mit Wasserleitung zur oberen Wasserschale, wo sich ringförmig das Waaser ergoss. Als Angehöriger der VEB Wasserversorgung weiß ich, dass der aufwendig gestaltete Brunnen nicht besonders gut funktionierte und er oft überlief. Dann mühten sich die Monteure oft mit den Pumpen ab.“
Vielen Dank allen Ratefreunden! Ein historisches Bild senden wir diesmal an Hermine Berger. Glückwunsch!
