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Cottbus: Wohnhaus, Hotel, Krankenhaus…

Am beständigsten war das Restaurant der Mitropa im „Berliner Hof“.

Hotel Berliner Hof in Cottbus am Bahnhof, 1904

„Die Bezeichnung von Hotels als ‘Berliner Hof’ wurde früher öfter verwendet“, weiß Arno Schulz aus Guben. „Auch bei uns gab es bis 1945 ein Hotel ‘Berliner Hof’ in der damaligen Berliner Straße 2a, heute Bahnhofstraße. Das im Ratebild gezeigte Gebäude würde ich Cottbus zuordnen. Zu DDR-Zeiten war es ein großes Gebäude mit trister Fassade. In der Gaststätte waren wir manchmal preiswert essen.“

Passend hierzu bemerkt Karsten Schmidt: „Ich habe 1977 eine Kochlehre in der Mitropa-Gaststätte ‘Berliner Hof’ begonnen.“ Eberhard Witzke aus der Calauer Straße in Cottbus findet: „Schade, dass dieses Gebäude nicht mehr steht. Die GWC hätte ruhig die Außenfassade nachbilden können wie die VR-Bank mit der Fassade der ‘Drei Gleichen’ in der Sandower Straße.“ Irina Lehmann aus der Räschener Straße in Cottbus meint: „Das ist diesmal nicht so schwer, obwohl die Ecke jetzt ganz anders aussieht. Im ‘Berliner Hof‘ waren wir früher oft Schnitzel essen, wenn wir nach vielen Bahnen im Sportschwimmbad ordentlich Kohldampf hatten. Aber beides, Bad und Gaststätte, existiert nicht mehr. Und das empfinde ich noch immer als Verlust.“

Sehr nachdenklich schreibt Herbert Ramoth: „Am 15. Februar 1945 warfen über 400 amerikanische Bomber mehr als eintausend Tonnen Bomben über der Südstadt ab. Auf dem Bahnhof standen Eisenbahnzüge mit Flüchtlingen, dazu Lazarettzüge und Güterzüge mit Munition, die allesamt getroffen wurden. Auch die Lutherkirche, der Operationssaal des Krankenhauses und das Hotel ‘Berliner Hof’ mit Häusern in der Nachbarschaft brannten. Das Fazit dieses Infernos waren 1000 Tote, 2500 Verletzte und über 13 000 Obdachlose. Das sollte uns Mahnung für immer sein! In den 1950er Jahren wurden das ehemalige Hotel und Nachbargebäude instandgesetzt und der Reichsbahndirektion übergeben. Im Erdgeschoß blieb die MITROPA-Gaststätte ‘Berliner Hof’ erhalten und erfreute sich großer Beliebtheit. 2012 hat die GWC die Gebäude übernommen, um das neue ‘Tor zur Cottbuser Innenstadt’ zu errichten.“

Das gleiche Hotel neun Jahre später; so könnten viel Cottbuser zumindest den Baukörper noch in Erinnerung haben CGA-Archiv

Auch Klaus Reiter erinnert sich an die MITROPA Gaststätte, „in der ich auch öfter war. 2013 wurde das Gebäude abgerissen und die GWC errichtete ein Wohnhaus mit 36 Wohn- und 5 Penthouse-Einheiten, welche seit 2019 bewohnt werden. Rechts daneben war das Hotel ‘Stadt Hamburg’, welches 1894 gegründet wurde. Es wurde zur Kreisverwaltung Cottbus-Land umgebaut. Diese zog 2000 nach Forst um. Danach war das staatliche Schulamt untergebracht. Jetzt herrscht dort Leerstand.“ Reinhard Semt hat beobachtet: „Das Gefälle der Straße entlang der linken Gebäudefront verrät: Man blickt von der Bahnhofsbrücke auf das Eckgebäude Bahnhofstraße / Blechenstraße: Einst Restaurant/Hotel Berliner Hof, dann Neubau als Wohnanlage vor gut zehn Jahren.“

Manfred Gnida vom Weinberg in Spremberg hat recherchiert: „In der Nähe der Bahnhofsbrücke, Einmündung Blechenstrasse, wurde dieses Eckgebäude 1890 als Wohnhaus für 15 Mietparteien und Restaurant im Erdgeschoss durch Eigentümer Wilhelm Kulka erbaut. Aus den Mietwohnungen entstanden 1904 Hotelzimmer und Richard und Robert Spörke eröffneten hier den ‘Berliner Hof’. Später wurde aufgestockt. Otto Wegrad erwarb 1910 das Hotel. Gegen Kriegsende erlitten das Haus wie auch das angrenzende Hotel ‘Stadt Hamburg’ schwere Schäden. Die Gaststätte ‘Berliner Hof’ existierte noch fast bis zur Wende unter Willi Srenk als beliebtes Speiserestaurant.“

Frank Irmer aus der Philipp-Melanchthon-Straße in Cottbus ergänzt: „Links oben erkennt man die Oberleitung der Elektrischen, die seit 1903 von der Oberkirche zum Hauptbahnhof (damals Staatsbahnhof) fuhr. Hier ist das Straßenniveau noch nicht angehoben; das geschah erst mit dem Neubau der nördlichen Brücke 1988.“ Elke Dietze aus Cottbus weiß: „Am 23.Januar 1945 wurde der ‘Berliner Hof’ infolge des großen Flüchtlingsstromes Ausweich-Krankenhaus. Im Februar 1945 wurde das Hotel beim Fliegerangriff stark beschädigt.“ Danke allen Einsendern, auch den hier nicht oder stark verkürzt zitierten.

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