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Fragen die (nicht nur) Senioren bewegen

Frau Liane Klocek im Gespräch mit Cottbuser Senioren
Frau Liane Klocek im Gespräch mit Cottbuser Senioren Foto: privat/ Bearbeitung: Canva

In zahlreichen Stadtteilgesprächen nutzten viele Senioren die Gelegenheit, mit dem Oberbürgermeister über die medizinische Versorgung in der Stadt zu sprechen. Nicht alle Fragen konnten sofort beantwortet werden. Der Oberbürgermeister hörte aufmerksam zu, machte sich Notizen und sagte zu, offene Punkte zu klären.

Deutlich wurde: Senioren erwarten keinen Luxus, sondern Sicherheit, Verlässlichkeit, Zeit und Orientierung in der medizinischen Versorgung. Besonders wichtig sind ihnen ein fester Hausarzt, kurze Wartezeiten, erreichbare Praxen, die Aufnahme neuer Patienten sowie Hausbesuche bei eingeschränkter Mobilität.

Dabei ist voranzustellen, dass die bestehenden Versorgungsprobleme vielschichtig sind, bundes- und landesweite Ursachen haben und nicht kurzfristig gelöst werden können. Der Handlungsspielraum der Kommune ist begrenzt. Umso erfreulicher ist, dass in diesem Jahr die erste Generation von 36 Medizinstudierenden im Modellstudiengang Humanmedizin an der MUL – CT in Cottbus ausgebildet wird. Damit entstehen mittelfristig neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Versorgung.

1. Fester Hausarzt

Derzeit versorgen vergleichsweise wenige Hausärzte viele Patienten. Das führt zu langen Wartezeiten und hoher Auslastung der Praxen.
Wer keinen festen Hausarzt hat, kann sich bei akuten Beschwerden über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) informieren, wo kurzfristig behandelt wird (Praxis, Bereitschaftspraxis, Hausbesuch). Einige Praxen bieten zudem offene Sprechzeiten ohne Termin an. Bei akuten Problemen darf jede hausärztliche Praxis aufgesucht werden, auch wenn sie offiziell keine neuen Patienten aufnimmt. Viele Krankenkassen unterstützen zusätzlich aktiv bei der Arztsuche oder vermitteln Termine. Medizinische Versorgungszentren (MVZ) nehmen eher neue Patienten auf als Einzelpraxen.

2. Kurze Wartezeiten auf Facharzttermine

Immer mehr Facharztpraxen vergeben kurzfristige Termine über Onlineportale wie Doctolib oder Jameda oder bieten offene Sprechzeiten an. Alternativ unterstützt die Terminservicestelle 116 117 gesetzlich Versicherte bei der Terminvermittlung. Dabei besteht kein Anspruch auf eine bestimmte Praxis, sondern auf einen zeitnahen Termin bei einer erreichbaren Fachärztin oder einem Facharzt.
In dringenden Fällen muss ein Termin innerhalb von maximal vier Wochen vermittelt werden. Ein Dringlichkeitsvermerk auf der Überweisung erhöht die Chancen auf eine schnellere Behandlung.

3. Hausbesuche bei eingeschränkter Mobilität

Hausbesuche erfolgen bei medizinischer Notwendigkeit und fehlender Transportfähigkeit. Ein automatischer Anspruch besteht nicht; die Entscheidung trifft der Hausarzt. Typische Gründe sind eingeschränkte Mobilität (z. B. Bettlägerigkeit, schwere Gehbehinderung), schwere oder akute Erkrankungen, Pflegebedürftigkeit oder die palliative Versorgung schwerstkranker Menschen.

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